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Smartphone-Mikroskop spürt Parasiten auf

Amerikanische Forscher der University of California haben das portable Smartphone-Mikroskop „CellScope Loa“ entwickelt, um in schwer erreichbaren Regionen Parasiten aufzuspüren.

Die schematische Darstellung zeigt den Aufbau des auf einem Smartphone basierenden Video-Mikroskops. (Bild: Mike D’Ambrosio und Matt Bakalar, Fletcher Lab, UC Berkeley)

Die schematische Darstellung zeigt den Aufbau des auf einem Smartphone basierenden Video-Mikroskops. (Bild: Mike D’Ambrosio und Matt Bakalar, Fletcher Lab, UC Berkeley)

Die Behandlung von Krankheiten wie Elephantiasis und Flussblindheit ist in bestimmten Regionen Afrikas nur unter schwierigen Bedingungen möglich. Die notwendigen Medikamente dürfen nur verabreicht werden, wenn der Patient nicht mit dem Loa-Ioa-Wurm (afrikanischer Augenwurm) infiziert ist. Der lässt sich aber nur über eine Blutprobe nachweisen. Ein Smartphone-Mikroskop könnte dies nun vor Ort zügig durchführen.

Amerikanische Forscher der University of California haben das portable Smartphone-Mikroskop „CellScope Loa“ entwickelt, um in schwer erreichbaren Regionen Parasiten aufzuspüren. Dank des Mikroskops sollen sich Würmer im Blut des Erkrankten schnell und vor Ort nachweisen lassen können.

Allein 20 Millionen Menschen sind in Afrika an der so genannten Flussblindheit erkrankt. Diese kann zu einem Verlust der Sehkraft führen. Elephantiasis, bei der die Gliedmaßen über die Maße stark anschwellen, ist ebenfalls weit in dieser Region verbreitet – weltweit sind bis zu 120 Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen. Sowohl die Flussblindheit als auch die Elephantiasis werden durch Insektenstiche ausgelöst, durch die Parasiten übertragen werden.

Zwar können theoretisch beide Erkrankungen mit dem Medikament Ivermectin behandelt werden, doch es kann zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Ist der Patient auch mit dem parasitischen Wurm Loa Ioa infiziert, kann eine Behandlung mit dem Medikament tödliche Folgen haben.

Bislang kann der Wurm nur mittels einer Blutprobe festgestellt werden. Da diese bisher zur Untersuchung ins Labor gebracht werden müssen, vergeht viel wertvolle Zeit. Das Smartphone-Mikroskop soll das nun ändern.

Die Untersuchung geschieht „ohne die Notwendigkeit der herkömmlichen Probenvorbereitung oder Färbung“, so die Wissenschaftler. Es reicht ein Probenblättchen mit einem Blutstropfen. Dieses wird in das Gerät eingeschoben und eine Mikroskoplinse zeigt den Detailblick in die Blutprobe über die Videokamera.

„Das Gerät erfasst und analysiert dank einer entsprechenden App automatisch die Bewegungen von Mikrofilarien (Würmern) im Blut.“ Alles in allem dauert die Untersuchung weniger als zwei Minuten.

Erste Tests mit dem Smartphone-Mikroskop wurden bereits an 33 potenziell mit dem Loa-Wurm infizierten Patienten in Kamerun durchgeführt.

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