Gesundheitswirtschaft

Investitionsstau bei Krankenhäusern liegt bei 12 Milliarden Euro

Die Finanzen der meisten Krankenhäuser sind schlecht. Dadurch bleiben auch wichtige Investitionen noch mehrere Jahre lang auf der Strecke. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft rechnet mit einem Investitionsbedarf im Wert von 12 Milliarden Euro. Jedes Jahr fehlen den Kliniken weitere fünf Milliarden Euro.

Die Modernisierung der deutschen Krankenhauslandschaft steht still. Grund dafür ist zum einen, dass viele Kliniken keinen Gewinn erzielen. Das führt dazu, dass Investitionen fast nicht mehr stattfinden. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) beziffert den Investitionsstau in deutschen Kliniken auf 12 Milliarden Euro. Demnach sind 36 Prozent aller Krankenhäuser nicht investitionsfähig.

Bei den kommunalen Krankenhäusern liegt die Quote sogar bei 62 Prozent. Bei den freigemeinnützigen Kliniken sind es 39 Prozent, bei den privaten Krankenhäusern hingegen nur sieben Prozent.

Zusätzlich zu den 12 Milliarden Euro, die es braucht, um den bestehenden Investitionsstau aufzulösen, fehlen den Krankenhäusern jedes Jahr 5,3 Milliarden Euro für Investitionen. Nur etwa die Hälfte davon erhalten sie tatsächlich von den Bundesländern.

Der größte Kostenpunkt in allen Kliniken ist das Personal. Viele Kliniken können der Vorgabe, mehr Ärzte und Pflegekräfte einzustellen, einfach nicht nachkommen, auch wenn der Personalbedarf nicht von der Hand zu weisen ist.

Dem Krankenhaus Rating Report zufolge müssten 161 Kliniken mit weniger als 400 Betten geschlossen werden. Diese Häuser seien nicht versorgungsrelevant und könnten aus dem Markt austreten. Die Träger dieser Kliniken sollen die Häuser an einen Strukturfonds übergeben. Dieser müsste mit 2,7 Milliarden Euro ausgestattet sein, um die Abwicklung der Häuser vornehmen zu können.

Am bestehenden Investitionsstau ändere das noch nichts. Auch die geplante Krankenhausreform hat darauf keine Antworten „Was im Gesetzentwurf völlig fehlt, ist eine Lösung des Investitionsstaus“, sagt Thomas Reumann, Präsident der DKG. Der vorgesehene Investitionsfonds helfe nur bei Schließungen oder Umwidmungen, nicht aber den Krankenhäusern, die weiterhin gebraucht werden und in moderne Strukturen investieren müssten.

 

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