Sport

Studie: Überanstrengung kann zu Blutvergiftung führen

Muskelkater, extremer Durst und Müdigkeit melden sich bei sportlicher Überanstrengung oft. Forscher fanden jetzt jedoch heraus, dass eine zu hohe sportliche Anstrengung auch den Körper von innen vergiften kann.

Viele übernehmen sich bei extremen Sportarten wie dem Marathonlauf. Doch das kann verheerend Auswirkung auf die Gesundheit haben. (Foto: Flickr/ Peter Mooney/ CC by sa 2.0)

Viele übernehmen sich bei extremen Sportarten wie dem Marathonlauf. Doch das kann verheerend Auswirkung auf die Gesundheit haben. (Foto: Flickr/ Peter Mooney/ CC by sa 2.0)

Mehrmals im Jahr finden allein in Deutschland zahlreiche Marathonläufe statt. Doch nicht immer sind die Teilnehmer ausreichend gut vorbereitet und meistens verlangen sie dann im Wettkampf mehr, als sie eigentlich leisten können. Wie stark sich diese Überanstrengung auf den Körper auswirken kann, sieht man, wenn Marathonläufer mit Herzattacken oder völlig dehydriert in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert werden. Nicht selten ist der Eifer gerade bei sportlichen Aktivitäten enorm groß. Doch neben Muskelkater und Dehydrierung kann bei einer zu großen Überanstrengung auch eine Blutvergiftung drohen.

Wissenschaftler der Monash University in Melbourne haben  Teilnehmer verschiedener Sportevents begleitet und deren Blut untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die Blutproben, die nach den Sportevents wie einem 24-Stunden-Marathon oder eines Etappenrennens genommen wurden, sich deutlich von denen einer Vergleichsgruppe unterschieden.

So hatte die Überanstrengung zu einer Veränderung der Darmwand geführt. Die im Darm befindlichen Bakterien konnten so in den Blutkreislauf der Untersuchten gelangen. Das führte letztlich zu einer Reaktion körpereigener Immunzellen, wie sie auch bei schweren Infektionen zu beobachten sind.

„Fast alle Teilnehmer hatten Blutmarker, die mit denen von Patienten identisch waren, die mit einer Sepsis ins Krankenhaus kamen“, sagt Ricardo Costa, der Leiter der Studie. Wird das nicht behandelt, kann es sogar zum Tode führen. Costa ist der erste, dem es gelang, eine Verbindung zwischen extremer, ausdauernder Aktivität und der Darmintegrität herzustellen.

Costas zufolge gilt jede sportliche Aktivität die länger als vier Stunden andauert und  alles, was mehrere Tage eine Ausdauerbelastung fordert, als extrem. Angesichts steigender Teilnehmerzahlen bei Ereignissen wie einem Marathon oder dem Iron Man sind schon viele mittlerweile diesen Extremen ausgesetzt. Hinsichtlich seiner Forschungsergebnisse sollte daher eigentlich jeder Teilnehmer einer solchen Veranstaltung einem Gesundheitscheck unterzogen werden. Wichtig sei auch ein langsames und stetiges Trainingsprogramm. Doch nicht selten unterziehen sich Teilnehmer eher eines einmonatigen Crash-Marathon-Kurses.

Die Untersuchungen zeigten nämlich auch, dass Menschen, die fitter waren, über einen langen Zeitraum trainiert hatten und an einem solchen Sportereignis teilnahmen, Vorteile hatten. Ihr Körper verfügte über einen deutlich höheren Anteil von Interleukin 10. Ein Stoff, der die Alarmreaktion des Körpers dämpft. „Der Körper hat die Fähigkeit, sich anzupassen und negative Immunreaktionen, die durch extreme Ausdauer-Aktivitäten ausgelöst werden, auszubremsen“, so Costa.

Dass nicht nur eine zu große Überanstrengung, sondern auch zu viel Wasser beim Sport sehr gefährlich sein  kann, zeigte bereits eine Studie aus dem Jahr 2010. Hierfür hatten Wissenschaftler beim Boston-Marathon am Ziel Blutproben von 488 Läufern genommen. Immerhin 13 Prozent hatten eine Hyponatriämie, eine Art Wasservergiftung. Diese tritt auf, wenn die Menge an Flüssigkeit zu der Menge an Salzen im Körper aus dem Gleichgewicht  gerät.

Etwa weil Marathonläufer häufig viel Wasser zu sich genommen hatten, aber Salze in Form von Schweiß ausschwitzen. Die Folge: Die Flüssigkeit tritt aus der Blutbahn ins Gewebe über. Es droht eine Wassereinlagerung im Gehirn oder ein zu hoher Druck auf die Atemwege.

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