Zahnmedizin

Praxenschwund: Zahnärzteverband fordert Männerquote

Weil die Frauen einfach bessere Noten haben, kommen kaum noch Männer an Studienplätze. Dies sieht der Verband als Problem, da zu wenige Frauen später eigene Praxen übernehmen. Die Abschaffung des Numerus Clausus soll daher mehr Männer in Studium bringen.

Die Abschaffung des Numerus Clausus soll mehr Männern zum Zahnmedizin-Studium verhelfen. (Foto: flickr/ 95 Berlin/ cc by 2.0)

Die Abschaffung des Numerus Clausus soll mehr Männern zum Zahnmedizin-Studium verhelfen. (Foto: flickr/ 95 Berlin/ cc by 2.0)

Weil die Frauen einfach bessere Noten haben, kommen kaum noch Männer an Studienplätze. Da Frauen aber offenbar weniger Praxen gründen, fordert der Landesverband Niedersachsen im Freien Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) die Einführung einer Männerquote bei der Vergabe von Studienplätzen im Fach Zahnheilkunde. „Durch die Art der Vergabe von Studienplätzen gibt es mittlerweile Studienjahrgänge mit 100 Prozent Frauenanteil“, heißt es zur Begründung des Antrages.

Tatsächlich studieren an deutschen Universitäten weitaus mehr junge Frauen als Männer Zahnmedizin. Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer waren etwa 4500 der 12.900 Zahnmedizin-Studierenden des Wintersemesters 2013/14 Männer. Die Abitur-Durchschnittsnoten der Frauen sind einfach besser. Und da es bei der Vergabe der Studienplätze in erster Linie um diese Durchschnittsnote geht, sind junge Abiturientinnen bei der Studienplatzvergabe erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen. Junge Männer weichen zum Studium ins Ausland aus. „Ungarn und Rumänien sind recht beliebte Studienländer“, so Ulrich Keck, Pressesprecher des FVDZ-Landesverbandes.

Ein Problem sieht der Verband in dem hohen Frauenanteil, weil die Frauen viel seltener eine eigene Praxis übernähmen als Männer. Junge Ärztinnen würden das Risiko einer Praxisgründung scheuen, so Annette Apel vom Verband in Niedersachsen gegenüber der Ärzte Zeitung. So blieben nach der Kinderpause nur 30 bis 35 Prozent der Zahnärztinnen übrig, die den Weg in die Praxis wählten. Appel zufolge scheuten sich Frauen davor, Nachtdienste zu übernehmen und bevorzugten wegen der Familienplanung ein Angestelltenverhältnis.

Als Lösung sieht der Verband die Abschaffung des Numerus Clausus im Fach Zahnmedizin. „Die Durchschnittsnote im Abitur sagt letztlich nichts darüber aus, ob jemand ein guter Zahnarzt wird oder nicht. Es kommt auf Fachwissen an, aber genauso auf Empathie mit den Patienten“, und die sei nicht notengebunden.

Kommentare

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  1. Wahrscheinlich finden das die Gegner der Frauenquote in den Vorständen voll okay, oder? Wenn der Frauenanteil erschreckend gering ist, argumentiert man gerne mit dem Leistungsprinzip und wer wirklich gut ist, der schafft es schon. Kriegen die Studenten keine so guten Abiturnoten hin wie die Studentinnen können wir das Leistungsprinzip natürlich sofort wieder vergessen. Dann wird argumentiert die Zahnärztinnen würden nicht so viele Praxen gründen. Dann brauchen wir natürlich sofort wieder Männer, egal wie die Abiturnote ist. Vielleicht überlegen wir einfach mal, wie man es schafft, dass mehr Zahnärztinnen Praxen gründen? In anderen Bereichen, die klar männerdominiert sind, interessiert es niemanden woran das liegt, dass die Frauen den Zugang nicht schaffen, oder dass es vielleicht mit dem Numerus Clausus unfair sein könnte. So weit ich das sehe, haben wir noch keinen Zahnärztemangel, trotzdem muss sofort der Numerus Clausus abgschafft werden, weil MÄnner dann aufgrund ihrer schlechten Noten benachteiligt wären. In anderen Bereichen, z.B. Pflege ist definitv starker Personalmangel. Die Jungs mit den schlechten Abiturnoten könnten doch zum Beispiel Ausbildungen zum Kranken- oder Altenpfleger machen, anstatt herumzujammern, dass es einen Bereich gibt, wo 100% Frauen sind. Da wird nur gejammert, wenn es lukrativ ist, gibt es nichts zu verdienen wie in der Pflege oder Kinderfrüherziehung ist es total egal, wie hoch dort der Frauenanteil ist.

    • An Bergmann,

      sie sprechen von den Jungs mit den „schlechten Abiturnoten“. Jede Person mit einem Schnitt besser als 2 hat bewiesen, dass sie sich neues Wissen gut aneignen kann. Somit sollte man aus diesem gesamten Pool schöpfen und diejenigen wählen, deren handwerkliche Kompetenz überzeugt. Wer sich mit Zahnmedizin oder Humanmedizin auseinandersetzt weiß, dass der Behandler mit zwei linken Händen mehr Schaden anrichtet, als einer, der sich einen Text zweimal durchlesen muss. Ich halte nicht viel von einem Vergleich der Geschlechter, da es keinen signifikanten Unterschied der Kognitivenfähigkeiten gibt, aber es sei ihnen gesagt, dass sich in Sachen Noten, das Blatt im Studium wendet, dies zeigen unter anderem die Abschlussergebnisse der Universität Oxford. Im Fach Medizin hatten 31 Prozent der Männer die Bestnote erreicht und im Gegensatz dazu, nur 23 Prozent der Frauen. Interessant ist auch, dass sich dieser Leistungsunterschiede durch alle Fächer der Universität Oxford zieht und die Frauen nur im Fach moderne Sprachen die Nase vorn haben.