Trend

Bio-Hacking: Software-Entwickler setzen auf Mikrochips im Körper

Ein kleiner Schnitt in die Haut und die Garagentür oder die gesicherte Tür zum Büro öffnen sich wie von selbst. Mikrochips unter der Haut werden immer häufiger nicht nur im rein medizinischen Bereich diskutiert. Deutsche Softwareentwickler sehen die Entwicklung positiv, rechnen aber nicht damit, dass es in Deutschland tatsächlich zu einem Trend werden könnte.

Heutzutage werden die Chips immer kleiner. Und je kleiner sie werden, umso mehr entfernen sie sich von ihrem ursprünglichen Einsatzort, dem Computer. (Foto: Flickr/Wonderlane/CC by 2.0)

Heutzutage werden die Chips immer kleiner. Und je kleiner sie werden, umso mehr entfernen sie sich von ihrem ursprünglichen Einsatzort, dem Computer. (Foto: Flickr/Wonderlane/CC by 2.0)

Bargeldloses Zahlen, Login via Finger- bzw. Gehirnabdruck, Medikamente ausschüttende Mikro-Implantate – die technologischen Entwicklungen haben in den vergangenen zehn Jahren eine immense Dynamik entwickelt. Ein neuer Trend ist das so genannte Bio-Hacking. Dabei wird ein Mikrochip direkt unter der menschlichen Haut implantiert, um bestimmte Funktionen zu erfüllen oder um für medizinische Zwecke eingesetzt zu werden. Im April geriet der ehemalige US-Marinesoldat Seth Wahle in die Medien. Er hatte sich einen NFC-Chip zwischen Daumen und Zeigefinger implantieren lassen. Damit könne er unter anderem Android-Smartphones hacken, so das Forbes Magazine.

Die deutschen Software-Entwickler sehen diese Entwicklung grundsätzlich positiv, wie eine aktuelle Umfrage der Developer Week zeigt. Für 56 Prozent ist Bio-Hacking legitim, solange die Implantierung auf Grundlage einer freien Entscheidung erfolgt ist. Sie darf also nicht erzwungen werden, um beispielsweise eine Aufnahme in der Krankenkasse zu ermöglichen. Weitere 42 Prozent der Software-Entwickler sagen zudem, dass Bio-Hacking einfach aus Lust an der Freude seine Berechtigung habe. Geht es jedoch um den eigenen Körper, sind die Software-Entwickler etwas skeptischer, obwohl man ihnen sicherlich eine Technikaffinität nachsagen kann.

Die Mehrheit der Software-Entwickler würde sich selbst keinen Chip implantieren lassen (60 Prozent), ein Drittel vielleicht schon. Falls sie sich dennoch fürs Bio-Hacking entschieden, dann würden 83 Prozent der Befragten dies nur zu medizinischen Zwecken, wie dem Messen von Körperfunktionen oder der Gabe von Medikamenten, tun. Aus Sicherheitsgründen wie etwa zum Entsperren von Handys oder als digitaler Fingerabdruck würden lediglich vier Prozent auf Bio-Hacking setzen. Und nur etwa jeder Zehnte würde Mikrochips unter der Haut tragen, „um mir das Leben zu erleichtern“: für digitale Einkaufslisten, als Türöffner etc.

Wie zukunftsträchtig Bio-Hacking aber letztlich sein wird, darüber sind sich die Software-Entwickler überhaupt nicht einig. 36 Prozent glauben, das Einsetzen von Mikrochips werde eine Randerscheinung bleiben. Und während ein Drittel tatsächlich glaubt, Bio-Hacking habe einen Mehrwert und werde irgendwann Normalität sein, sagt ein anderes Drittel, dass der deutsche Gesetzgeber einer solchen Entwicklung viel eher entgegentreten werde.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *