Krankenversicherung

Lockangebot: Krankenkasse wegen Gratis-Massagen in der Kritik

Die Barmer GEK hat ihren Kunden auf dem Musikfestival Wacken Gratis-Nackenmassagen gegen exzessives Headbanging angeboten. Dadurch hat sie eine Diskussion darum angestoßen, was eine Krankenkasse mit den Versicherungs-Beiträgen machen darf und was nicht. Kritiker sehen in dem Lockangebot einen Beitragsmissbrauch – und die Auswüchse des Konkurrenz-Drucks unter den Versicherungen.

Nackenmassagen gegen exzessives Headbanging sind nicht Aufgabe der Krankenkasse, so Kritiker. (Foto: flickr/ Techniker Krankenkasse/ cc by 2.0)

Nackenmassagen gegen exzessives Headbanging sind nicht Aufgabe der Krankenkasse, so Kritiker. (Foto: flickr/ Techniker Krankenkasse/ cc by 2.0)

Beim Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air war in diesem Jahr erstmals die Barmer GEK vor Ort. Im „Moshpital“ konnten sich Besucher an drei Festivaltagen von 10 bis 23 Uhr eine Nackenmassage geben lassen. Dadurch sollten Beschwerden durch wildes Tanzen gemildert werden.

„Wir wollen Menschen da erreichen, wo sie Spaß haben und offen sind für ungewöhnliche Angebote wie das Moshpital“, erklärt Jürgen Rothmaier, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, die Idee. Allerdings stieß die Barmer GEK damit auch auf Kritik: Die Bürger Initiative Gesundheit e.V. spricht nun von Missbrauch der Versicherungsbeiträge. Zudem fordert der Verein, der Gesetzgeber müsse solche Fehlverwendung von Beiträgen der Versicherten verbieten, „da solche Tatbestände einer gesetzlichen Krankenkasse nicht den Verpflichtungen der Sozialgesetzbücher zur Versorgung/Behandlung/Betreuung der Bürger durch die Pflichtbeiträge entsprechen“.

Ein solcher unkontrollierter Missbrauch der Beiträge der Versicherten müsse demnach im Sinne der Versicherten unterbunden werden. Zudem sieht die Vereinigung in dem Auswuchs der Barmer einen Nachweis für den falschen Wettbewerb, der zwischen den circa 130 gesetzlichen Krankenkassen herrsche. Der Gesetzgeber müsse daher grundsätzliche Änderungen vornehmen, um solche Konkurrenz und die daraus resultierenden Aktionen künftig zu verbieten. Denn „die missbräuchlich eingesetzten Finanzmittel fehlen dann letztendlich bei der Versorgung der Patienten oder bei der Vergütung für die ambulant und stationär tätigen Berufsgruppen und Institutionen“, so die Bürger Initiative Gesundheit.

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