Forschung

Erste Studie mit Apple-App in Deutschland gestartet

Das Universitätsklinikum Freiburg nutzt Medizin-App, um eine Studie zum Thema Kreuzbandriss durchzuführen.

Die Einwilligung zur Studie wird per Unterschrift auf dem Gerät erteilt. (Bild: Universitätsklinikum Freiburg)

Die Einwilligung zur Studie wird per Unterschrift auf dem Gerät erteilt. (Bild: Universitätsklinikum Freiburg)

„10 Euro für die Teilnahme an einer klinischen Studie“, das liest man häufig. Händeringend wird in vielen Forschungseinrichtungen nach geeigneten Teilnehmern für Studien gesucht: Mal mit Entlohnung, mal ohne. Um die Kontaktaufnahme mit potentiellen Teilnehmern einfacher zu gestalten und die Teilnehmer eher zur Teilnahme an einer Studie zu bewegen, rückt nun auch in diesem Bereich das Smartphone in den Vordergrund.

Apple hat ein ResearchKit entwickelt, mit dem Studien sich per Smartphone durchführen lassen. „Back on Track: Kreuzbandriss-Studie“ heißt die Apple-App, die das Universitätsklinikum Freiburg nun als erste deutsche Einrichtung nutzt. In der Beschreibung heißt es:

„Diese Studien-App nutzt das brandneue Apple ResearchKit um Ihnen die Teilnahme an medizinischen Studien einfach und schnell mit Ihrem iPhone zu ermöglichen. Sie können aktiv die medizinische Forschung voranbringen und dazu beitragen, die Behandlung vieler zukünftiger Patientinnen und Patienten zu verbessern.“

Teilnehmer müssen mindestens 17 Jahre alt sein. Die App solle bald in vier weiteren Sprachen verfügbar sein, so Philipp Niemeyer, Sektionsleiter Knie- und Knorpelchirurgie in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Sie sammle aber nicht nur weltweit Daten zur Versorgungsstrategie und zur Behandlungszufriedenheit von Patienten mit einer Kreuzbandinstabilität. Sie könne auch „die kulturellen Unterschiede der medizinischen Therapie zwischen einzelnen Ländern und Kontinenten abbilden“, sagt Niemeyer.

Auf Grundlage des Apple ReaerchKit entwickelte das Institut für Mikrosystemtechnik und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in Kooperation mit der Firma Design-IT (Frankfurt) die App. „Grundinnovation ist es, dass Patientendaten sicher und komplett außerhalb der Apple-Server-Struktur (Open-Source-Software-Framework) durch Wissenschaftler oder Studienteilnehmer erhoben, verwaltet und ausgetauscht werden können“, heißt es von Seiten des Universitätsklinikums.

Per Unterschrift direkt auf dem Smartphone oder dem Tablet kann die Einwilligung zur Teilnahme rechtssicher gegeben werden. Die Tests und Fragebögen können dann von zuhause oder unterwegs beantwortet werden. Außerdem könne jeder Anwender auch selbst auf seine Daten zugreifen und diese kontrollieren. Zudem sei das Konzept mit dem Datenschutzbeauftragten des Universitätsklinikums besprochen worden und folge den aktuellen Datenschutzempfehlungen in vollem Umfang. Auch mit der Ethikkommission wurde die App abgestimmt. Allerdings ist das Research Kit als Open-Source-Software derzeit nur für Apple-Geräte verfügbar. Eine Ausweitung auf Android-Systeme und Windows-Telefone sei aber in Planung.

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