Versorgung

Zahl der Krankenhäuser schrumpft

Die Zahl der Krankenhäuser ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Gleichzeitig lag die Bettenauslastung bei steigender Behandlungsfälle nur bei unter 80 Prozent, wobei sie in den öffentlichen Krankenhäusern war als in den privaten.

In den privaten Krankenhäusern ist die Bettenauslastung schlechter als in den  öffentlichen. (Foto: Flickr/Dennis Skley/CC by nd 2.0)

In den privaten Krankenhäusern ist die Bettenauslastung schlechter als in den öffentlichen. (Foto: Flickr/Dennis Skley/CC by nd 2.0)

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 19,1 Millionen Patienten stationär in Krankenhäusern behandelt. Das sind etwa 1,9 Prozent mehr Fälle als 2013. Mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 7,4 Tagen blieben die Patienten nur unwesentlich länger auf Station als 2013, so das Statistische Bundesamt. Zum Vergleich: 1991 lag die Verweildauer auf Station noch bei durchschnittlich 14 Tagen.

Trotz der steigenden Patientenzahl ist die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland jedoch weiter rückläufig. Waren es 2013 noch 1.996 Krankenhäuser, lag die Zahl 2014 nur noch bei 1.980. 14 Prozent aller öffentlichen Kliniken sind insolvenzgefährdet. Bei den privaten Häusern sind es nur fünf Prozent. In ostdeutschen Ländern ist die Ausfallwahrscheinlichkeit von Krankenhäusern fünfmal geringer als in westdeutschen Bundesländern. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert.

Mit 77,4 Prozent lag die Bettenauslastung jedoch nur 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau –  1991 lag diese bei 84,1 Prozent. Grundsätzlich weisen die öffentlichen Krankenhäuser gegenüber den privaten und den gemeinnützigen die bessere Bilanz bei der Bettenauslastung auf. Das zeigte sich auch bei den Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen. Hier lag die Auslastung bei den öffentlichen mit 91,6 Prozent deutlich über der der privaten Einrichtungen (79,5 %).

Insgesamt wurden die Patienten von etwa 875.900 Vollkräften versorgt, also die Anzahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten. Von diesen gehörten lediglich 150.700 zum ärztlichen Dienst. Allein in unseren Krankenhäusern werden bis zum Jahr 2030 etwa 111.000 Ärztinnen und Ärzte fehlen, prognostiziert die Unternehmensberatung Roland Berger. Angesichts wachsender Pflegefälle könnten sich die abnehmende Bettenzahl und das fehlende Pflege- und Ärztepersonal bald rächen.

Erst Mitte Juni wurde eine Krankenhausreform vom Bundeskabinett gebilligt. Allerdings ging diese für viele Beteiligte aus dem Gesundheitsbereich nicht weit genug. Es bleibe bei der Unterfinanzierung der Investitionen in Höhe von etwa 3 Milliarden Euro pro Jahr, so der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands eV. Und es bleibe bei der Unterfinanzierung der Personalkosten infolge der Preis-Tarif-Schere von etwa 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Bei den ambulanten Notfällen im Krankenhaus gebe es zudem eine Unterfinanzierung von etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr.

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