Pharma

Absatz von Erkältungsmitteln nimmt zu

Im Juni konnte der deutsche Pharmamarkt einen deutlichen Zuwachs verbuchen. Vor allem die Apotheken profitierten davon. Sowohl rezeptfreie als auch rezeptpflichtige Medikamente gingen häufiger über den Ladentisch als noch im Vorjahr.

Im ersten Halbjahr 2015 geht über die Hälfte des Mengenzuwachses auf Erkältungsmittel zurück. (Grafik: IMS Health)

Im ersten Halbjahr 2015 geht über die Hälfte des Mengenzuwachses auf Erkältungsmittel zurück. (Grafik: IMS Health)

Das Marktvolumen am deutschen Pharma-Gesamtmarkt legte im Juni 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu: auf 3,1 Milliarden Euro. So wuchs der Umsatz im ersten Halbjahr insgesamt  um sechs Prozent, so der aktuelle Pharmamarktbericht des IMS Health. Neben den Krankenhäusern waren aber vor allem die Apotheken für den erhöhten Absatz zuständig.

So verbucht der Apothekenmarkt im Juni einen Umsatz- und Absatzzuwachs von 11 und 8 Prozent. Der Umsatz belief sich demnach auf 2,6 Milliarden Euro (zum Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmens). Vor allem bei den Medikamenten zur Behandlung von Pollenallergien habe es im Juni eine erhöhte Nachfrage. „Arzneien für die Therapie chronischer Erkrankungen legen vielfach im mittleren einstelligen Bereich zu, bspw. Beta-Blocker (+7 %) oder nicht-steroidale Antirheumatika (+6 %)“, so der Bericht.

Ein Blick auf die ersten sechs Monate des Jahres zeigt: Über die Hälfte des Mengenzuwachses im gesamten Apothekenmarkt geht auf Erkältungsmittel zurück. Präparate zur Behandlung chronischer Erkrankungen haben dem Bericht zufolge nur wenig zugenommen. Die Präparate zur Linderung von Schnupfen und Erkältungssymptomen stiegen in der Menge abgegebener Packungen infolge der starken Erkältungswelle in den ersten Monaten des Jahres zum Teil niedrig zweistellig. Bei Mitteln zur Stärkung des Immunsystems zeigte sich ein ähnlicher Trend.

Nachdem der Versandhandel von Medikamenten im Mai einen Dämpfer erfahren hatte, zog der Umsatz im Juni wieder an (+7 %). Während die rezeptfreien (OTC) Präparate im Versandhandel um zehn Prozent stiegen, ging der Versand der rezeptpflichtigen Arzneimittel um zehn Prozent zurück. Insgesamt lag der Umsatz bei 416 Millionen Euro: Neun Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

So wurden im Juni 2015 insgesamt 7,5 Millionen Packungen Arzneimittel über den elektronischen bzw. telefonischen Bestellweg bestellt. Das entspricht einem Plus von 7 Prozent. Rezeptfreie Produkte wurden im Juni um acht Prozent mehr abgegeben. „Der bereits länger anhaltende Rückgang bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zeigt sich auch im aktuellen Monat (-17 %).“ In den Apotheken selbst aber stieg der Umsatz von rezeptpflichtigem Mittel jedoch um 12 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *