Pharmabranche

Pharma-Industrie: Viagra für Frauen erhält Zulassung

Die Pharmaunternehmen müssen immer wieder neue Wirkstoffe und Medikamente entwickeln. Die Forschungskosten sind hoch und sobald Generika auftauchen, schwinden die Gewinne mit den eigenen Produkten. Was passt da besser, als auf die Lust der Frau zu setzen. Viagra für Frauen soll nun die USA erobern.

Die neue Pille für die Frau muss täglich eingenommen werden, damit sie die Lust der Frau steigern kann. (Foto: Flickr/Timothy Krause/ CC by 2.0)

Die neue Pille für die Frau muss täglich eingenommen werden, damit sie die Lust der Frau steigern kann. (Foto: Flickr/Timothy Krause/ CC by 2.0)

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat in dieser Woche die erste Lust-Pille für Frauen zugelassen. Mehr als zehn Jahre nach der vermeintlich blauen Revolution durch Viagra, sollen nun auch die Frauen Zugang zu mehr Lust bekommen. Unter dem Namen Addyi soll das Mittel Flibanserin ab Oktober in den USA erhältlich sein.

„Die heutige Zulassung gewährt Frauen, die unter sexueller Unlust leiden, eine überprüfte Therapiemöglichkeit”, sagte FDA-Forschungsdirektorin Janet Woodcock. „Die FDA ist um den Schutz und die Förderung der Gesundheit von Frauen bemüht, und wir fühlen uns verpflichtet, die Entwicklung sicherer und effektiver Präparate zu unterstützen.” Aufgrund ihrer möglichen Interaktion mit Alkohol werde Addyi aber nur über Apotheken und ähnliche medizinische Einrichtungen erhältlich sein, so Woodcock weiter.  „Patienten und diejenigen, die das Mittel verschreiben, sollen sich vor einer möglichen Einnahme der Risiken bewusst sein, die Addyi mit sich bringt.”

Anders als beim Mann regt die rosafarbene Pille bei Frauen auch das im Hirn ansässige Serotonin und Dopamin an. Außerdem müsse die Pille dann jeden Abend eingenommen werden, ganz gleich, ob es tatsächlich geplant bzw. gewollt ist, an diesem Tag Sex zu haben.

Ursprünglich wurde Flibanserin von Boehringer Ingelheim entwickelt, allerdings als Medikament gegen Depressionen. Erst später wurde die luststeigernde Wirkung des Mittels erkannt. Damals aber scheiterte das Unternehmen an der FDA und gab die weitere Forschung etc. dazu 2010 auf. Danach begann Sprout Pharamceuticals aus North Carolina die Forschung. Bei einem ersten Anlauf scheiterte jedoch auch der US-Konzern an der FDA. Beim zweiten Mal hat es nun aber geklappt. Wenn Addyi nur annähernd so gut aufgenommen wird die Viagra, tun sich damit für die Pharmamedizin erhebliche Umsatzchancen auf.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Alter Hut

    Denken die Amis wirklich, sie sind die ersten, die ein „Potenzmittel“ für die Frau auf den Markt bringen?? Dann irren sie sich aber ganz gewaltig, ibt es in Deutschland schon lange, wissen nur noch nicht alle: Lissilust.
    Besser, denn pflanzlich und somit ohne Nebenwirkungen.
    Soll die USA doch ihren chemischen Kram behalten!