Chemikalien

Krebs: WHO warnt vor weiterem Pflanzenschutzmittel

Nach Glyphosat hat die Weltgesundheitsorganisation nun ein weit verbreitetes Pflanzenschutzmittel als „möglicherweise krebserregend“ klassifiziert. Die Rede ist von 2,4-D (Dichlorphenoxessig). Außerdem nannte die WHO noch zwei Insektizide im Zusammenhang mit Krebs.

Die Weltgesundheitsorganisation hat erneute Pflanzenschutzmittel und Pestizide auf ihre Krebsgefahr hin beurteilt. (Foto: Flickr/ ✈ amade_a ✈/CC by 2.0)

Die Weltgesundheitsorganisation hat erneute Pflanzenschutzmittel und Pestizide auf ihre Krebsgefahr hin beurteilt. (Foto: Flickr/ ✈ amade_a ✈/CC by 2.0)

Insektizide und Herbizide rückten in den vergangenen zehn Monaten immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Vor allem Monsanto war mit diversen Produkten in die Kritik gekommen. Zuletzt mit dem Inhaltsstoff  Glyphosat, den man in dem weit verbreiteten Pflanzenschutzmittel Round-UP findet. Doch Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat nach weiteren Untersuchungen drei Mittel als krebserregend eingestuft.  Dazu  gehört beispielsweise das Herbizid 2,4-D, das aus der Phenoxyessigsäure abgeleitet wird. Die WHO stufte 2,4-D als „möglicher Weise krebserregend“ ein, eine Stufe unter dem „wahrscheinlich krebserregend“ von Glyphosat.

2,4-D wurde 1945 in den Markt eingeführt und sehr stark vor allem zu Unkrautbekämpfung in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt. Bereits im Januar 2014 hatten mehrere NGOs vor dem neuerlichen Einsatz von 2,4-D gewarnt. In den USA hatten nach einer Round-Up Resistenz amerikanische Unternehmen begonnen, Genmais- und –Soja zu entwickeln, die ältere Chemikalien wie 2,4-D vertragen.

Das Insektizid DDT erhielt wie Glyphosat die Einstufung „vielleicht krebserregend“. Demnach gab es Hinweise darauf, dass DDT bei Tieren Krebs verursacht und „begrenzte Hinweise“, hinsichtlich seiner Krebsauslösung beim Menschen.  DDT wurde lange zur Kontrolle von Krankheiten, die von Insekten ausgelöst wurde, während des zweiten Weltkriegs eingesetzt. Später hielt es Einzug in die Landwirtschaft und wurde zur Eindämmung von Malaria genutzt.

„Obwohl die meisten Einsatzarten von DTT schon in den 1970er Jahren verboten“ wurden, sind DTT und die Abfallprodukte dieses Mittels sehr beständig und können noch immer in der Umwelt nachgewiesen werden. Und auch in einigen Schwellenländern wird DDT weiterhin eingesetzt. In Deutschland ist der Einsatz von DDT seit 1972 verboten.

Das Insektizid Lindan wurde von den Experten der WHO sogar als „krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Hier habe es ausreichend Beweise gegeben. Lindan selbst wurde früher sehr häufig zur Insektenbekämpfung genutzt, aber auch für die Behandlung von Läusen beim Menschen und Krätze. Mittlerweile ist Lindan aber verboten bzw. in der Nutzungserlaubnis beschränkt, so die WHO. Seit 1977 ist es in Deutschland verboten. In der DDR wurde es noch bis 1990 eingesetzt.

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