Pharma

Zahl der auslaufenden Patente auf Arzneimittel sinkt

In den kommenden fünf Jahren werden wieder zahlreiche Patente auf Arzneimittel auslaufen. Das macht den Weg für Generika frei und senkt in der Regel die Behandlungskosten. Allerdings geht die Zahl der auslaufenden Arzneimittel-Patente zurück, das könnte das deutsche Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen stellen.

Die Grafik zeigt, welchen großen Anteil Generika mittlerweile in Deutschland und in anderen europäischen Ländern am Medikamentenmarkt haben. (Grafik: IMS Health)

Die Grafik zeigt, welchen großen Anteil Generika mittlerweile in Deutschland und in anderen europäischen Ländern am Medikamentenmarkt haben. (Grafik: IMS Health)

Patente auf Arzneimittel sichern den Pharmakonzernen ein paar Jahre ihre Einnahmen, um unter anderem die Kosten für die Entwicklung neuer Medikamente zu begleichen. Gleichzeitig aber hindert es andere Konzerne daran, Generika herzustellen. Diese würden nämlich den anfangs sehr hohen Preis für die Medikamente drücken und auch vielen Patienten den Zugang zu den Wirkstoffen erst ermöglichen. Entsprechend wichtig sind die nach und nach auslaufenden Patente auch für die Kostenbelastung des deutschen Gesundheitssystems.

Zwischen 2015 und 2020 werden Arzneimittel im Wert von fünf Milliarden Dollar ihren Patentschutz verlieren, wie eine aktuelle Studie des IMS Institutes for Healthcare Informatics zeigt. Darin vergleicht das Institut die Höhe der Patentabläufe in den einzelnen europäischen Ländern und den USA. Allerdings sind die Patentabläufe in Deutschland rückläufig (-27 %). Im Zeitraum zwischen 2009 -2014 liefen Patente im Wert von 6,8 Milliarden Dollar ab.

Wie wichtig die Öffnung durch Patentabläufe ist, zeigt die Tatsache, dass in Europa die Generika mittlerweile 92 Prozent der Behandlungen abdecken. Um bis zu 61 Prozent wird der Preis durch auf den Markt kommende Generika für Wirkstoffe reduziert. Das hat allein in Europa zu Einsparungen in Höhe von 100 Milliarden Euro geführt, so die Studie. Was wiederum einer deutlich größeren Menge an Patienten den Zugang zu bestimmten Medikamenten ermöglicht.

Angesichts der demografischen Entwicklung in Europa und vor allem auch in Deutschland kann die sinkende Zahl der auslaufenden Patente entsprechend deutliche Kostensteigerungen für die Kassen nach sich ziehen. Dem Branchenverband Pro Generika zufolge decken Generikaunternehmen in Deutschland 76 Prozent des Arzneimittelbedarfs der Gesetzlichen Krankenversicherungen. In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg der Generikaumsatz auf 2,5 Milliarden Euro (Herstellerabgabepreise). Allerdings machen die Rabattverträge den Herstellern immer mehr zu schaffen.

Wie lukrativ der Markt für Generika in Europa ist, zeigte sich jüngst, als die EU-Kommission 700 Generika die Zulassung wieder entzog. Allein in Deutschland waren davon etwa 50 Zulassungen betroffen. Hintergrund waren gefälschte Studien aus Indien.

Generika haben seit 2005 immer stärker den Arzneimittelbedarf der Gesetzlichen Krankenkassen gestillt. (Grafik: Pro Generika)

Generika haben seit 2005 immer stärker den Arzneimittelbedarf der Gesetzlichen Krankenkassen gestillt. (Grafik: Pro Generika)

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