Krankenkassen

Krankenkassen verbuchen Millionen-Defizit

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen übersteigen ihre Einnahmen in allen Leistungsbereichen. Dennoch wird nicht genug für die Prävention getan. Bis Ende des Jahres soll die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrages feststehen, es ist mit einer Erhöhung zu rechnen.

Millionen-Defizit der Krankenkassen lässt höhere Beiträge erwarten (Foto: Flickr/Images Money/cc by 2.0)

Millionen-Defizit der Krankenkassen lässt höhere Beiträge erwarten (Foto: Flickr/Images Money/cc by 2.0)

Niedrige Beiträge und hohe Ausgaben führen in den Büchern der Gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr 2015 zu einem Defizit von rund 490 Millionen Euro. Aufgeschlüsselt auf die einzelnen Krankenkassen sieht die Bilanz in Bezug auf den Finanzhaushalt am Endes des Jahres 2014 wie folgt aus: Die AOKen haben ein Finanz-Defizit von 122 Millionen Euro zu verbuchen, die Ersatzkassen eines von 191 Millionen Euro, bei den Betriebskrankenkassen übersteigen die Ausgaben die Einnahmen um 127 Millionen Euro. Lediglich die Knappschaft-Bahn-See und die Landwirtschaftliche Krankenversicherung verzeichnen statt eines Defizits einen Überschuss.

Die Ausgaben pro versicherter Person sind zwar im Vergleich zu 2014 weniger geworden, übersteigen jedoch nach wie vor die Einnahmen der Krankenkassen. So sind zum Beispiel die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum je versicherter Person um 4,8 Prozent gestiegen. Auch die Ausgaben für die vertragsärztliche Vergütung und für eine Krankenhausbehandlung stiegen: um 3,9 Prozent und 3,3 Prozent. Trotz der steigenden Ausgaben im Bereich der Prävention (+7 %) müsse in diesem Bereich noch mehr Geld investiert werden, heißt es von Seiten des Ministeriums für Gesundheit. Die zusätzlichen Investitionen sollten in Maßnahmen für ein gesundheitsbewusstes Leben in Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Betrieben fließen.

Nicht nur die Gesetzlichen Krankenkassen, sondern auch der Gesundheitsfonds hat ein Defizit zu verzeichnen, das im ersten Halbjahr diesen Jahres 3,9 Milliarden Euro beträgt. Dennoch verfügen der Gesundheitsfonds und Krankenkassen über eine Finanz-Reserve von 23,8 Milliarden Euro. Die Reserve der Krankenkassen beträgt 15,2 Milliarden Euro, die des Gesundheitsfonds 8,6 Milliarden Euro. Mit Reserven von mehr als 15 Milliarden Euro ist die Finanzsituation der Gesetzlichen Krankenkassen weiterhin stabil“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Trotz der Reserven müssen die Versicherten aber auf Grund der enormen Ausgaben der Kassen mit einer Erhöhung der Beiträge rechnen. Deshalb ist derzeit auch wieder eine stärkere Beteiligung der Arbeitgeber an den Beiträgen im Gespräch. Wie hoch der durchschnittliche Zusatzbeitrag im kommenden Jahr sein wird, wollen die Kassen gegen Ende des Jahres bekanntgegeben.

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