Medizin-Technik

Elektrische Impulse gegen Reisekrankheit

Forscher haben ein Mittel gegen die Reisekrankheit gefunden. Betroffene können vor Reiseantritt einen elektrischen Impuls über die Kopfhaut empfangen, der Übelkeit und andere Symptome verhindert. Die Impulse sollen über Kopfhörer am Smartphone übertragen werden.

Forscher simulieren die Auslöser einer Reisekrankheit, nachdem die Probanden elektrische Impulse über die Kopfhaut empfangen haben (Foto: Screenshot)

Forscher simulieren die Auslöser einer Reisekrankheit, nachdem die Probanden elektrische Impulse über die Kopfhaut empfangen haben (Foto: Screenshot)

Reisekrankheit ist ein weit verbreitetes Leiden, das jeden treffen kann. Forscher vom Imperial College in London sind nun nah an der Lösung des Problems, berichtet die Seite des Imperial College London. Sanfte elektrische Impulse über die Kopfhaut sollen das Leiden verhindern. Sie dämpfen die Reaktionen in dem Bereich des Gehirns, der für die Verarbeitung motorischer Signale zuständig ist, und beugen so der Reisekrankheit vor.

Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit sind die häufigsten Symptome, die viele Menschen bei einer Reise mit einem Schiff, Bus, Auto oder Flugzeug erleiden. Die Ursache für das Leiden sehen Wissenschaftler in den widersprüchlichen Informationen, die das Gehirn in solchen Situationen von den Sinnesorganen empfängt. Sitzen wir zum Beispiel in einem Bus und lesen, nehmen unsere Augen wahr, dass wir still sitzen und lesen, während unser Gleichgewichtsorgan Schwankungen und Erschütterungen meldet. Dieser Konflikt zwischen den verschiedenen Sinneswahrnehmungen führt dann zur Reisekrankheit.

Die neue Technik mit elektrischen Impulsen bietet eine sichere und effektive Intervention und soll in naher Zukunft für jeden Menschen zugänglich sein. Möglicherweise wird sie den TENS – Maschinen ähneln, die zurzeit schon für die Behandlung von Rückenschmerzen eingesetzt werden. TENS steht für transcutaneous electrical nerve stimulation (Transkutane Elektrische Nervenstimulation), d.h. elektrische Impulse werden mittels Elektroden über die Haut übertragen.

Dr. Qadeer Arshad, der die Forschung leitet, sagt: „Wir hoffen, die Technik in Smartphones integrieren zu können, die die kleine Menge des benötigten Stroms über Kopfhörer übermitteln. In jedem Fall werden Betroffene vor Reiseantritt kurzzeitig kleine Elektroden an ihrer Kopfhaut befestigen.“

Der Vorteil dieser Behandlungsweise gegenüber den zurzeit zugänglichen Medikamenten ist, dass die Behandlung bisher keine Nebenwirkungen aufweist. Die Tabletten, die man im Moment nehmen kann, machen in der Regel sehr müde, was vor allem dann ein Problem ist, wenn man z.B. auf einem Schiff arbeitet und sich Müdigkeit nicht erlauben kann.

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