Gesundheitssystem

Ausgaben der Krankenhäuser steigen weiter

Die Krankenhäuser haben erneut mit steigenden Kosten zu kämpfen. Die erhöhten Ausgaben ergeben sich vor allem aus wachsenden Personal- und Sachkosten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Kosten um 1,57 Prozent gestiegen.

Allein die Personalkosten sind um 2,22 Prozent gewachsen. (Foto: Flickr/Phalinn Ooi/CC by 2.0)

Allein die Personalkosten sind um 2,22 Prozent gewachsen. (Foto: Flickr/Phalinn Ooi/CC by 2.0)

Die Krankenhauskosten sind nach Angaben des Bundesamts für Statistik im letzten Halbjahr 2014 und im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,57 Prozent gestiegen. Ursache dafür sind die gestiegene Personal- und Sachkosten. Die Personalkosten sind um 2,22 Prozent gewachsen. Der Sachkostenanstieg beträgt 0,55 Prozent.

Gleichzeitig hat sich aber auch die Zahl der Entbindungen in Deutschland im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöht: um 4,7 Prozent auf 692.096. 2014 führten 724 von 1 979 Krankenhäusern in Deutschland Entbindungen durch, das entspricht einem Anteil von 36,6 Prozent. Im Vorjahr lag der Anteil bei 37,0 Prozent. Geburten sind für Krankenhäuser zwar Aushängeschild, aber gleichzeitig auch ein hoher Kostentreiber.

Auf der nordfriesischen Insel Föhr sollen Entbindungen aus diesem Grund nicht mehr auf der Insel stattfinden können. Mitte September wurde das Aus der Station zum 1. Dezember verkündet. Zu hoch seien beispielsweise die Haftungskosten, falls bei einer Geburt etwas passiere. Für die Bewohner wäre das aber ein erheblicher Einschnitt, ob die entsprechende Unterschriftensammlung für Geburten auf Föhr das aufhalten kann, ist ungewiss.

Die Berechnung der Sachkosten setzt sich aus den Erzeugnispreisen, Verbraucherpreisen und Baupreisen zusammen. Dazu gehören konkret unter anderem Kosten für Lebensmittel, medizinischen Bedarf, Wasser, Energie und Brennstoff und Wirtschafts- und Verwaltungsbedarf. Die Personalkostenberechnung beruht auf einer vierteljährlichen Erhebung der Verdienste der Beschäftigten.

Die Gesamtkosten, die daraus für das Krankenhaus entstehen, bilden den sogenannten Orientierungswert für Krankenhäuser. Dieser gibt die durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Krankenhauskosten an, die ausschließlich auf Preis- oder Verdienständerungen zurückzuführen ist. Er wird als Orientierungswert für Budget-Verhandlungen zwischen der Krankenhausgesellschaft, den Krankenkassen und dem Bundesministerium verwendet, die einmal im Jahr stattfinden.

In Deutschland gibt es 1.996 Krankenhäuser in denen jährlich 18,8 Millionen Patienten stationär und 18 Millionen Patienten ambulant behandelt werden. Die Krankenhäuser haben insgesamt 1,2 Millionen Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 90 Milliarden Euro.

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