Tabak

Bundesärztekammer fordert Strafen für Rauchen im Auto

Viele Eltern rauchen im Auto, wenn ihre Kinder mitfahren, kritisiert die Bundesärztekammer. Damit werden diese zu Passivrauchern. Irreparable Schäden wie Asthma können die Folge sein. Deshalb sollte das Rauchen mit Kindern an Bord verboten und notfalls harte Strafen verhängt werden.

Rauchen im Auto schadet nicht nur den Rauchern selbst. Auch Kinder sind betroffen und sie haben keine Wahl. (Foto: Flickr/ MartaZ*/ CC by 2.0)

Rauchen im Auto schadet nicht nur den Rauchern selbst. Auch Kinder sind betroffen und sie haben keine Wahl. (Foto: Flickr/ MartaZ*/ CC by 2.0)

Wer raucht, tut des häufig auch im Auto. Ob im Stau oder einfach nur aus dem Stress heraus – es gibt hunderte Gründe für denjenigen, der im Auto raucht. Doch abgesehen von erwachsenen Mitfahrern macht das auch Kinder im Auto zu Passivrauchern. Ein einfaches Fensteröffnen hilft da wenig. Daher „ist es dringend notwendig, Kinder und Jugendliche, die in PKW mitfahren, wirksam vor Passivrauchen zu schützen“, sagt Josef Mischo von der Bundesärztekammer. Rauchen im Auto mit Kindern sollte verboten werden.

Der Gesetzgeber solle dem Beispiel Großbritanniens folgen, so Mischo. Dort werde seit Donnerstag beim Rauchen im Auto in Anwesenheit von Kindern ein Bußgeld fällig. „Kinder leiden unter dem Passivrauchen noch stärker als Erwachsene.“ Es führe zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, verschlimmere bereits vorhandenes Asthma und erhöhe den Bluthochdruck. Ganz abgesehen davon, dass das Passivrauchen bei Babys sogar eine der Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod darstelle. Besonders hoch sei die gesundheitliche Belastung im Auto. „In der Fahrgastzelle liegt die Schadstoffkonzentration sogar über der einer durchschnittlich verrauchten Bar.“

Zuvor hatte bereits die Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler vor dem Rauchen im Auto gewarnt. „Die weit überwiegende Mehrheit der Raucher in Deutschland verhält sich heute vorbildlich und schützt nichtrauchende Mitmenschen“, so Mortler. „Doch rauchen immer noch Einzelne im Beisein von Kindern.“

In einer Umfrage des INSA-Instituts gaben vier Prozent an, im Beisein von Kindern im Auto zu rauchen. Aber die Dunkelziffer derjenigen, die dies tun, ist Mortler zufolge weitaus höher. Zumal 11 Prozent angaben, nicht ausreichend über die Risiken beim Rauchen im Auto mit Kindern informiert zu sein.

Wer in Großbritannien seit dem 1. Oktober beim Rauchen im Auto erwischt wird und Kinder an Bord hat, muss mit einer Strafe von 50 Pfund rechnen, so die BBC. Allein in Großbritannien sind der nationalen Lungen-Stiftung zufolge jede Woche 430.000 Kinder dem Passivrauchen in Autos ausgesetzt. „Wir wissen, dass viele der Kinder sich schämen oder davor fürchten, die Erwachsenen zu bitten, nicht zu rauchen“, kommentierte die Gesundheitsministerin Jane Ellison das neue Gesetz. Die neue Regelung sei deshalb ein wichtiger Schritt, die Kinder vor dem Passivrauchen zu schützen.

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