Medizin

Künstlicher Zahn bekämpft Bakterien

Ein Zahn aus Kunstharz aus dem 3D-Drucker soll zukünftig nicht nur Zahnlücken schließen. Ein besonderer Inhaltsstoff sorgt dafür, dass Karies kaum eine Chance hat, weitere Zähne zu schädigen, Eine Entwicklung, die auch in anderen Gebieten eingesetzt werden kann.

Zähneputzen will gelernt sein. Antibakterielles Kunstharz soll nachhelfen und vor Karies schützen. (Foto: Flickr/makelessnoise/CC by 2.0)

Zähneputzen will gelernt sein. Antibakterielles Kunstharz soll nachhelfen und vor Karies schützen. (Foto: Flickr/makelessnoise/CC by 2.0)

Wer einen neuen Zahn benötigt, ist davon meist nicht so begeistert. Wer redet schon gern über die so genannten Dritten. Doch Wissenschaftler der niederländischen Universität Groningen haben nun einen Zahn entwickelt, der mehr kann als seine Vorgänger. Er schützt die anderen Zähne vor Karies. Der Zahnersatz stammt aus Kunstharz und wird mit einem 3D-Drucker hergestellt.

Das Besondere: Das Kunstharz enthält ein spezielles Salz. Kommen Bakterien damit in Berührung, sterben sie. Das Salz besitzt eine positive elektrische Ladung. Das sorgt dafür, dass die negativ geladenen Membranen der Bakterien kaputt gehen. Tests zeigten, dass bei einem künstlichen  Zahn ohne das Salz kaum mehr als 1 Prozent der Bakterien abstarb. Bei dem Zahn mit speziellem Salz waren es immerhin 99 Prozent. Der Prototyp befindet sich gerade in einer klinischen Testphase.

Die Wissenschaftler der Universität Groningen haben sich aber diesbezüglich nicht nur auf Zahnersatz konzentriert. Auch an einer Zahnspange mit antibakteriellem Polymer wird gearbeitet. Die Forschung habe gezeigt, dass 60 Prozent aller kieferorthopädisch behandelten Patienten Komplikationen aufgrund von Mundbakterien erleben, so die Forscher. „Dieses Problem tritt vor allem bei jungen Menschen auf“, so der Professor für Kieferorthopädie Yijn Ren. „Kinder haben Schwierigkeiten, ihre Zähne zu putzen.“ Eine Klammer macht das noch komplizierter.

Allein in Amerika entstünden nur aufgrund der Nachsorge Kosten in Höhe von 500 Millionen Dollar. Ein großer Markt für neuartigen Zahnersatz und Zahnspangen. Und auch in China, Brasilien und in der Türkei hat sich die Kieferorthopädie in den vergangenen Jahren zu einem wachsenden Markt entwickelt.

Neben dem Einsatz in der Kieferorthopädie können sich die Wissenschaftler aber auch vorstellen, das Material im Bereich der Wasserreinigung und beispielsweise bei Kinderspielzeug einzusetzen. Für Menschen sollen die Salze komplett ungefährlich sein.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *