Wirtschaft

Versandhandel wird sich verdoppeln

Der Versandhandel von Medikamenten nimmt stetig zu. Immer mehr Kunden kaufen ihre Produkte und Arzneimittel im Netz. Bis 2018 soll sich der Umsatz auf fünf Milliarden Euro verdoppeln. Die größten Märkte sind dabei Deutschland und Großbritannien.

Ein Großteil des Umsatzes im Arzneimittelversand wird in Deutschland generiert. (Foto: EU-Kommission)

Ein Großteil des Umsatzes im Arzneimittelversand wird in Deutschland generiert. (Foto: EU-Kommission)

In den ersten acht Monaten lag der Umsatz der Medikamente, die über den elektronischen bzw. telefonischen Bestellweg vertrieben wurden, bei 549 Millionen Euro. Das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem die rezeptfreien Arzneimittel wurden noch stärker nachgefragt (+11 %). 17 Länder in Europa erlauben den Arzneimittelversand.

Eine aktuelle Hochrechnung der Sempora Unternehmensberatung geht davon aus, dass sich der Umsatz des europäischen Non-RX Versandmarktes (rezeptfreien) und der Freiwahlprodukte bis 2018 auf 5,02 Milliarden Euro verdoppeln wird. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 122 Prozent gegenüber 2013. 2013 lag der Umsatz noch bei 2,26 Milliarden Euro. Das entspricht einem Marktanteil von 4,8 Prozent am Non-RX-Markt.

Von den 2,26 Milliarden Euro Umsatz wurden über 800 Millionen Euro Umsatz in Deutschland generiert. 2018 soll der Umsatz in Deutschland bei 1,645 Milliarden Euro liegen. Marktführer in Deutschland ist derzeit die Shop-Apotheke, die bereits 2002 gegründet wurde. Die Apo-Rot ist ebenfalls sehr erfolgreich. Mehr als 7.500 Bestellungen werden hier jeden Tag abgewickelt.

„Die Versandapotheken werden zunehmend professioneller und können von der Industrie genutzt werden, um Verbraucher und Patienten zu erreichen“, zitiert die Pharmazeutische Zeitung den geschäftsführenden Gesellschafter von Sempora, Tobias Brodtkorb. Bei den Herstellern selbst wächst daher das Interesse am Versandhandel stetig.  In einer Umfrage gaben mehr als 70 Prozent der Hersteller an, dass die Bedeutung des Versandhandels noch weiter ansteigen werde.

Im Gegensatz zu manch anderem Produkt spricht beispielsweise die Online-Apotheke jede Altersstufe an. Selbst bei den Kunden im Alter von über 65 Jahren haben 49 Prozent bereits Arzneimittel online bestellt. Bei den 50- bis 64-Jährigen sind es mit 59 Prozent noch deutlich mehr.

Allerdings nimmt mit der Zunahme des Versandhandels derzeit auch die Zahl der Medikamentenfälschungen zu. Das Zollfahndungsamt Essen spricht von einem Steuerschaden durch gefälschte Medikamente in Höhe von einer Million Euro. Die Möglichkeit des rezeptfreien Bestellens zu relativ günstigen Preisen mache das Erwerben von Medikamenten über das Internet für Käufer attraktiv und das Internet zur Hauptquelle für Arzneimittelkriminalität.

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