Wirtschaft

Krankenhäuser könnten mit Generika mehr sparen

Kaum mehr als die Hälfte der in Krankenhäusern eingesetzten Arzneimittel sind Generika. Das ist deutlich weniger als der ausländische Schnitt. Doch gerade hier wäre es möglich, Geld zu sparen.

So beträgt der Anteil der Generika an der Arzneimittelversorgung in den Krankenhäusern 54 Prozent. (Foto: Flickr/Michael Chen/CC by 2.0)

So beträgt der Anteil der Generika an der Arzneimittelversorgung in den Krankenhäusern 54 Prozent. (Foto: Flickr/Michael Chen/CC by 2.0)

Die finanzielle Situation vieler deutscher Krankenhäuser ist schlecht. Obwohl die Ausgaben weiter steigen, gibt die Politik keine entsprechend höheren Gelder frei. Vielmehr wird mit neuen Modellen wie den Berliner Investitionspauschalen versucht, Mittel umzuverteilen. Tatsächlich gibt es aber trotz steigender Patientenzahlen und Operationen einige Möglichkeiten, Kosten zu senken.

Wie das aktuelle Gutachten des Beratungsunternehmens IMS Health „Best Practice-Ansätze bei Arzneimittelengpässen im internationalen Bereich“ zeigt, könnten vor allem Generika dazu beitragen. So beträgt der Anteil der Generika an der Arzneimittelversorgung in den Krankenhäusern 54 Prozent. Das ist deutlich weniger als bei der ambulanten Versorgung, wo der Generika-Anteil bei 76 Prozent liegt.

Demnach werde „das Versorgungs- und Einsparpotenzial der Generika in deutschen Kliniken bei Weitem nicht vollständig genutzt“, heißt es in dem Gutachten. Auffallend sei in diesem Zusammenhang der Anteil der patentfreien Erstanbieterprodukte (40 %). Auch im internationalen Vergleich sind die deutschen Krankenhäuser mit der geringen Generikaverwendung eher ein Schlusslicht. In britischen Krankenhäusern beispielsweise wird in rund 70 Prozent der Fälle zu Generika gegriffen, in den USA sind es sogar 83 Prozent.

„Den Krankenhäusern in Deutschland bietet sich somit nicht nur ein wesentliches Einsparpotenzial durch den vermehrten Einsatz von Generika, sondern auch die Möglichkeit, bei Lieferengpässen auf andere Anbieter auszuweichen.“ Der Griff zu Generika könnte auch den deutschen Krankenkassen unter die Arme greifen.  Die aktuellen Marktdaten zeigen, dass die gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr durch einen höheren Einsatz von Generika 2,7 Milliarden Euro hätten einsparen können.

Obwohl der Einsatz von Generika stetig steigt, machen Pharma-Unternehmen jedoch nicht mehr Gewinn. Grund hierfür ist die steigende Zahl der Rabattverträge.

 

 

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