Forschung

Krebs: Antikörper bringt Zellen dazu, sich selbst zu zerstören

Forscher haben einen seltenen Antikörper entdeckt, der Krebszellen zerstören kann. Das Protein verwandelt Blutkrebs-Zellen in Immunhelfer-Zellen, die ihre übrigen Bruder-Zellen auffressen. Der Mechanismus soll ganz neue Medikamente gegen Leukämie und andere Krebsarten ermöglichen.

Durch Zufall haben die Forscher einen seltenen natürlichen Antikörper entdeckt, der Leukämie-Zellen dazu bringt, sich gegenseitig anzugreifen. (Foto: Flickr/keepingtime_ca/CC by sa 2.0)

Durch Zufall haben die Forscher einen seltenen natürlichen Antikörper entdeckt, der Leukämie-Zellen dazu bringt, sich gegenseitig anzugreifen. (Foto: Flickr/keepingtime_ca/CC by sa 2.0)

Ein seltener menschlicher Antikörper bringt Krebszellen dazu, sich gegenseitig anzugreifen. Das Protein verwandelt Blutkrebszellen in Immunzellen, die dann ihre artverwandten Bruderzellen auffressen, ohne dabei gesunde Zellen anzugreifen. Im Labor konnten so 15 Prozent aller Krebszellen in einer Blutprobe innerhalb von 24 Stunden zerstört werden.

Die chinesischen und kanadischen Forscher kamen eher zufällig auf ihre Entdeckung: Bei bestimmten Proben von Knochenmarkszellen entdeckten sie die Fähigkeit eines Antikörper-Proteins, die Knochenmarkszellen zu verwandeln. Sie machten Versuche mit unterschiedlichsten Resultaten, bei denen sich die Zellen unter bestimmten Bedingungen etwa in neuronale Zellen verwandelten.

Als die Wissenschaftler die Antikörper in eine Blutprobe voller Leukämiezellen spritzten, machten sie eine ungewöhnliche Beobachtung. Die leukämischen Zellen verwandelten sich durch die Berührung mit den Antikörpern in so genannte dendritische Zellen – die eine wichtige Funktion im Immunsystem haben. Nach einiger Zeit reiften sie weiter zu natürlichen Killerzellen, die gefährliche Organismen wie Viren, Bakterien oder Krebs im Körper jagen und zerstören. Sie begannen, die übrigen Leukämiezellen anzugreifen.

Nach 24 Stunden waren bereits 15 Prozent der Leukämiezellen in der Probe zerstört, andere Zellen waren hingegen nicht angegriffen worden. Allerdings scheinen die Killerzellen ausschließlich gegen ihre eigenen Bruderzellen zu funktionieren: Andere Krebszellen, etwa eine Probe mit Brustkrebszellen, wurden nicht angegriffen. Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Science veröffentlicht und hoffen darauf, die Methode zur Bekämpfung mehrerer Krebsarten erweitern zu können.

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