Test

Hydrocortison-Salben enthalten bedenkliche Zusatzstoffe

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Ekzem zu erkranken ist nicht gering. Apotheken bieten dafür Hydrocortison-Salben an. Das spart den Arztbesuch, aber nicht alle Salben dieser Art sind einwandfrei. Ein Test zeigt, dass bei elf getesteten Salben mehr als die Hälfte bedenkliche Zusatzstoffe aufwiesen.

Rezeptfreie Salben mit Cortison sind nicht immer unbedenklich. (Foto: Flickr/torbakhopper/CC nd 2.0)

Rezeptfreie Salben mit Cortison sind nicht immer unbedenklich. (Foto: Flickr/torbakhopper/CC nd 2.0)

Stress oder Unverträglichkeit von bestimmten Parfümen in Waschmitteln und Duschen können leicht zu Hautreaktionen führen. Nicht selten entsteht daraus, auch durch häufiges Jucken, ein Ekzem. Um sich den Gang zum Arzt angesichts langer Wartezeiten zu sparen, greifen viele Bürger zu kortisonhaltigen Salben aus der Apotheke. Bei nicht bakteriellen und allergischen Hausentzündungen, Sonnenbrand und Insektenstichen kommt Hydrocortison zum Einsatz.

Diese Hydrocortison-Salben weisen eine Cremerezeptur mit 0,25, aber auch mit 0,5 Prozent Hydrocortison auf und sind seit 2007 rezeptfrei verfügbar. Allerdings zeigt ein Test von ÖkoTest, dass der rezeptfreie Bezug nicht bedeutet, dass die Salben vollkommen bedenkenlos einzusetzen seien. Denn nicht nur, dass das Cortison oft nur die Symptome, nicht aber die Ursachen bekämpft. Oft beinhalten die Salben auch Stoffe, die zur Vorsicht bei der Anwendung anregen sollten.

Demnach erhielten von elf getesteten Salben nur vier die Note „sehr gut“. In sieben Salben wurden jedoch bedenkliche Zusatzstoffe gefunden. Hilfsstoffe wie Peg und entsprechende Derivate wurden in sechs verschiedenen Salben verarbeitet. In drei Salben wurden Paraffine entdeckt. „Und wo Paraffine drinstecken, sind aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) oft nicht weit“, so ÖkoTest:

„Immerhin schaffen es zwei der drei betroffenen Hersteller, so saubere Rohstoffe einzusetzen, dass MOAH im Labor unter der Bestimmungsgrenze bleiben. In der Hydrocutan-Creme 0,25 % liegt der Wert allerdings deutlich über unserer Abwertungsgrenze von 0,1 Prozent. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt in seiner Einschätzung zu MOAH in Kosmetikprodukten vom Mai dieses Jahres, dass bereits kleinste Mengen krebserregendes Potenzial haben können.“

Mit Abstand am schlechtesten schnitt Soventol Hydrocortisonacetat 0,25 Prozent Cremogel ab. Neben bedenklichen Inhaltsstoffen trugen hier auch zahlreiche nicht im Beipackzettel aufgeführte, aber dennoch wichtige Informationen zur Note „mangelhaft“ bei.

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