Forschung

Blumentopf wird zum Entgifter

Ein neu entwickelter Blumentopf filtert die Raumluft besonders effektiv, er nimmt achtmal so viele Schadstoffe auf wie herkömmliche Pflanzen.

Das Blumentopfsystem aus Untertopf, Gittertopf und Außenhülle reinigt die Raumluft. (Foto: Screenshot)

Das Blumentopfsystem aus Untertopf, Gittertopf und Außenhülle reinigt die Raumluft. (Foto: Screenshot)

Ein neu entwickelter Blumentopf sorgt für bessere Luftqualität. Der Topf verstärkt durch seine Bauweise den natürlichen Effekt von Pflanzen, Gase und andere für den Menschen schädliche Stoffe aufzunehmen und Sauerstoff abzugeben. Die Nasa hat bereits 1989 herausgefunden, dass die wesentliche Reinigungsleistung von Pflanzen in den Wurzeln stattfindet. Der nun entwickelte Blumentopf ist deswegen so konzipiert, dass die Luft an den Wurzeln vorbeigeführt wird. Der Topf besteht aus einem Untertopf für Wasser, einem Gittertopf und einer Außenhülle. Der Gittertopf ermöglicht, dass die Wurzeln mit der Luft in Kontakt kommen. Außerdem verjüngt sich der Abstand zwischen Gittertopf und Außenhülle, so dass ein Kamineffekt entsteht: Warme Luft wird unten angesaugt und verlässt oben den Topf.

Die höhere Filterleistung der Pflanzen, die der Topf ermöglicht, kann durch die Verwendung ganz bestimmter Pflanzen noch gesteigert werden. Peer-Arne Böttcher von dem Hersteller-Unternehmen Airy berichtete den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass es sich bei den rund 30 bekannten luftreinigenden Pflanzen um solche handelt, die sich aufgrund ihrer evolutionären Entwicklung auf die Ernährung durch die Luft spezialisiert haben. Etwa weil sie in kargen oder wüstenartigen Gegenden gewachsen sind, wo es sowohl an Regen als auch an nähstoffreichem Boden mangelt. Diese Pflanzen können die für Menschen giftigen Stoffe in der Luft vollständig in Nährstoffe umwandeln.

Das System, die Luft an den Wurzeln vorbeizuführen und dadurch besser zu filtern, hat den Nebeneffekt, dass die Pflanzen dadurch mehr Nährstoffe, in diesem Fall Schadstoffe aus der Luft, aufnehmen können. Das liegt an den Löchern im Gittertopf. Pflanzen haben zwei Arten von Wurzeln: eine wasserführende Wurzel und feine Haarwurzeln. „Die wasserführende Wurzel sucht stetig nach Wasser. Stößt sie auf Widerstand, weicht sie diesem aus und wächst weiter. Das führt zu den berühmten ,Ringwurzeln‘ in herkömmlichen Töpfen, die dafür sorgen, dass alsbald mehr Wurzel als Erde in Ihrem Pflanzengefäß ist und Sie demzufolge umtopfen müssen“, so Böttcher.

In dem neu entwickelten Topf fände die Wurzel dann statt eines Widerstandes in dem Gittertopf ein Loch und höre auf zu wachsen. Dadurch haben die Haarwurzeln, die für die Nahrungsaufnahme zuständig sind, mehr Platz, sich optimal auszudehnen. Die Pflanzen in diesem Topf können folglich mehr Nährstoffe aufnehmen.

Die Luft in Innenräumen ist den Herstellern des Blumentopfes zufolge achtmal stärker mit Umweltgiften belastet als die Luft einer stark befahrenen Straße. Das seien vor allem Schadstoffe, die aus Fußbodenbelägen, Druckern, Reinigungsmitteln und vielen weiteren Gegenständen stammen. Kopfschmerzen und Müdigkeit sind gängige Folgen dieser Schadstoffe in der Luft.

Die Idee für einen Blumentopf, der die Luft über das Wurzelwerk reinigt, hatte das Unternehmen bereits 2000. Im Jahr 2003 stellte es seinen ersten Prototypen vor, 2014 wurde das weiterentwickelte Modell „polluSan“ einem Markttest unterzogen. Jetzt ist die Entwicklung so weit ausgereift, dass der Topf noch dieses Jahr in den Verkauf gehen soll.

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