Wirtschaft

Studie: Generika senken Kosten und erhöhen Zugang zu Medikamenten

Bisher stehen in der Gesundheitsbranche Generika vor allem für Kostenersparnis. Tatsächlich bieten Generika jedoch auch ganz grundsätzlich bei der Versorgung der Patienten mit Medikamenten einen nicht unerheblichen Nutzen, so eine aktuelle Studie. Darauf setzen Mediziner nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen Teilen der Welt.

Zwischen 2015 und 2020 werden Arzneimittel im Wert von fünf Milliarden Dollar ihren Patentschutz verlieren. (Foto: Flickr/Images Money/CC by 2.0)

Zwischen 2015 und 2020 werden Arzneimittel im Wert von fünf Milliarden Dollar ihren Patentschutz verlieren. (Foto: Flickr/Images Money/CC by 2.0)

Im europäischen Vergleich ist Deutschland beim Einsatz von Generika weit vorn. Das reduziert jedoch nicht nur die Kosten der Krankenkassen, Krankenhäuser und der Patienten. Neben dem Kostenpunkt spielt auch der erhöhte Zugang von Patienten zu Arzneimitteln bei bestimmten Krankheitsbildern eine erhebliche Rolle. Eine Studie des IGES-Instituts für Pro Generika und den Europäischen Generika- und Biosimilarverband (EGA) hat dies anhand von drei exemplarischen Erkrankungen in Deutschland veranschaulicht: Erkrankungen durch Bluthochdruck, Brustkrebs und Depression.

Dabei zeigte sich, dass ein schneller Zugang zum Markt von Generika auf einen Marktanteil von 75 bis 90 Prozent innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf des Patents unter anderem den Zugang „von wesentlich mehr Patienten zur Arzneimitteltherapie bei gleichbleibenden Arzneimittelausgaben“ zur Folge hat. Außerdem bremse dies die „Ausgabenentwicklung bei gleichbleibenden Behandlungsraten, so dass die Zusatzkosten je QALY (Kennzahl für die Bewertung eines Lebensjahres in Relation zur Gesundheit, Anm. d. Red.) sinken“, so die Studie. Darüber hinaus würde die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten regelmäßig ihre notwendigen Medikamente einnehmen, durch den günstigeren Preis erreicht.

„Hohe bzw. höhere Zuzahlungen für Markenpräparate, aber auch Maßnahmen zur Patientenaufklärung über Generikasubstitution begünstigen eine solche positive Wirkung.“ Wenngleich die Studie anmerkt, dass jedoch in diesem Zusammenhang noch geklärt werden müsse, ob Arzneimittelwechsel in Folge von „Rabattverträgen die PatientenCompliance beeinträchtigen“. In Deutschland kommen Generika immer häufiger zum Einsatz. So beträgt der Anteil der Generika an der Arzneimittelversorgung in den Krankenhäusern 54 Prozent. Und in der ambulanten Versorgung sogar 76 Prozent.

Allerdings kann sich das in den kommenden Jahren noch einmal ändern. Zwischen 2015 und 2020 werden Arzneimittel im Wert von fünf Milliarden Dollar ihren Patentschutz verlieren, wie eine aktuelle Studie des IMS Institutes for Healthcare Informatics zeigt. Darin vergleicht das Institut die Höhe der Patentabläufe in den einzelnen europäischen Ländern und den USA. Allerdings sind die Patentabläufe in Deutschland rückläufig (-27 %). Im Zeitraum zwischen 2009-2014 liefen Patente im Wert von 6,8 Milliarden Dollar ab. In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg der Generikaumsatz auf 2,5 Milliarden Euro (Herstellerabgabepreise). Allerdings machen die Rabattverträge den Herstellern immer mehr zu schaffen.

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