HIV

Zahl der HIV-Fälle in Europa überraschend gestiegen

2014 wurde in der europäischen Region die höchste Zahl der neuen HIV-Fälle erreicht. Vor allem in Osteuropa gab es einen großen Sprung. Die Weltgesundheitsorganisation fordert daher mehr Prävention.

Die WHO fordert angesichts der Zunahme der HIV-Fälle eine verstärkte Präventionsarbeit. (Foto: Flickr/Ted Eytan/CC by sa 2.0)

Die WHO fordert angesichts der Zunahme der HIV-Fälle eine verstärkte Präventionsarbeit. (Foto: Flickr/Ted Eytan/CC by sa 2.0)

Im vergangenen Jahr gab es in Europa 142.000 Neudiagnosen für HIV. Das ist der höchste Wert seit dem Beginn der Aufzeichnungen in den frühen 80er Jahren, wie die Weltgesundheitsorganisation berichtet. Die Daten vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und vom WHO-Regionalbüro für Europa zeigen, dass die Ausbreitung der HIV-Fälle durch einen Anstieg im östlichen Teil der Region bedingt ist. Hier hat sich die Zahl der Neudiagnosen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

„Die Ursache für den Anstieg im östlichen Teil der Region ist heterosexuelle Übertragung, und auch die Übertragung durch Drogeninjektion spielt weiterhin eine wesentliche Rolle“, so die WHO. Besonders problematisch ei auch, dass fast die Hälfte der HIV-Infektionen in der Europäischen Region erst spät diagnostiziert wird. Das erhöht die Risiken in Bezug auf Krankheit, Tod und HIV-Übertragung.

„Seit 2004 haben sich die Raten der Neudiagnosen in einigen Ländern der EU und des EWR mehr als verdoppelt, während sie in anderen um 25 Prozent gesunken sind“ „, erklärt die Geschäftsführende Direktorin des ECDC, Andrea Ammon. Doch insgesamt gesehen dauere die HIV-Epidemie weitgehend unverändert an. „Das bedeutet, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung von HIV in der EU und im EWR nicht ausreichend effektiv waren, um einen spürbaren Rückgang in den letzten zehn Jahren zu bewirken.“

Vor allem bei Migranten und Flüchtlingen müsse adäquater gehandelt werden. „Wenn Flüchtlinge und Migranten in den Aufnahmeländern sozialer Ausgrenzung ausgesetzt sind, haben sie ein erhöhtes Risiko einer HIV-Infektion, was sie wiederum zu riskanten Verhaltensweisen veranlassen und damit eine weitere Erhöhung ihres Infektionsrisikos bewirken kann“ sagt Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. Das Risiko werde durch einen unzureichenden Zugang zu Angeboten im Bereich HIV sowie durch die Angst vor Stigmatisierung verschärft.

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