Versorgung

2021 kommt die erste Roboter-Apotheke

Industrie 4.0 macht vor der Gesundheitsbranche nicht halt. Auch die stationären Apotheken werden in naher Zukunft ihr Erscheinungsbild noch stärker ändern. Das Weltwirtschaftsforum rechnet für 2012 mit der ersten Roboter-Apotheke. In Schottland wird indes schon ein elektronischer Apotheken-Kiosk getestet.

Gerade in ländlichen Gebieten könnte der Apotheken-Kiosk die medizinische Versorgung verbessern. (Foto: Screenshot, University of Aberdeen)

Gerade in ländlichen Gebieten könnte der Apotheken-Kiosk die medizinische Versorgung verbessern. (Foto: Screenshot, University of Aberdeen)

Das Weltwirtschaftsforum WEF hat im Zuge der Digitalisierung und dem Internet der Dinge 800 Technologie-Experten zu ihrer Einschätzung hinsichtlich anstehender Zukunftstechnologien befragt. Neben der Elektrotechnik und der Industrie ging es dabei auch um die Gesundheitsbranche. So gehen 86 Prozent der Technologie-Experten davon aus, dass es 2021 die erste Roboter-Apotheke geben wird, und zwar in den USA.

Die Zahl der Roboter und Maschinen nimmt stetig zu, in einigen Branchen sind sie gar nicht mehr wegzudenken. So entfallen schon heute 80 Prozent der Arbeit bei der Herstellung eines Autos auf 1,1 Millionen Arbeitsroboter und Maschinen, so die International Federation of Robotics.

Erste Projekte, die in Richtung Roboter-Apotheke gehen, gibt es bereits. Eines wird zurzeit in Schottland getestet. In einem Gemeinschaftsprojekt hat das digitale Dienstleistungsunternehmen Atos zusammen mit anderen Partnern wie etwa den Universitäten von Glasgow, Edinburgh und der Robert Gordon University den Roboter-Apotheken-Kiosk entwickelt. Der Kiosk soll vor allem in ländlichen Gebieten zum Einsatz kommen, in denen die Bevölkerung längere Wege auf sich nehmen muss, um an Medikamente zu kommen und Beratungen von Apothekern zu erhalten.

„Die Rolle des Apothekers und die von ihm erbrachten Leistungen haben sich in den letzten Jahren erweitert. In ländlichen Gebieten, wo es nicht finanzierbar ist, eine Apotheke zu haben, ist die lokale Gemeinschaft benachteiligt“, sagte Christine Bond vom Lehrstuhl für Allgemeinmedizin und Pflege an der University of Aberdeen. Der weite Weg zu Apotheken verleite die Bevölkerung, einfach Medizin zu nehmen, ohne eine Beratung durch den Apotheker zu nutzen.

Der Apotheken-Kiosk soll das ändern. Vier Jahre Entwicklung und 150.000 Pfund Kosten stecken in dem Kiosk, an dessen Finanzierung sich auch die schottische Regierung beteiligt hat. Platziert in einem beliebigen Dorfladen können sich die Einwohner quasi in den Kiosk setzen und über einen Bildschirm direkt mit einem Apotheker sprechen.

Dann ist der Einwohner in der Lage, dem Apotheker seine Symptome zu beschreiben und sich ein Medikament empfehlen zu lassen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Verschreibung des Arztes von dem Roboter-Kiosk einscannen zu lassen, so dass der Apotheker direkt darauf zugreifen kann. Sobald das Medikament bereitsteht, erhält der Nutzer eine Nachricht auf sein Handy. Einmal den über die Textnachricht übermittelten Code eingegeben, kann das entsprechende Medikament entgegengenommen werden.

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