Wissenschaft

Insektenfarm soll Ernährung revolutionieren

Vor zwei Jahren rief die UN die Bevölkerung dazu auf, mehr Insekten zu essen. Ein Unternehmen nahm das zum Anlass und entwickelte eine spezielle Insektenfarm.

Die achtstöckige Insektenfarm in der Küche liefert Protein aus eigenem Anbau. (Screenshot)

Die achtstöckige Insektenfarm in der Küche liefert Protein aus eigenem Anbau. (Screenshot)

Wespen, Käfer und andere Insekten fliegen nach Ansicht der Vereinten Nationen (UN) ungenutzt durch die Gegend und sollten als das Nahrungsmittel der Zukunft betrachtet werden. Dazu empfiehlt der Bericht den Aufbau von Insektenfarmen: „Insekten gibt es überall und sie vermehren sich rasch. Sie haben hohe Wachstumsraten, sind gute Futterverwerter und schaden der Umwelt nicht.“ Die Insekten enthielten, so die Forscher, wertvolle Proteine, Mineralien und Fett. Sie seien das ideale Lebensmittel speziell für unterernährte Kinder.

Mittlerweile haben zahlreiche Unternehmen Insekten als Nahrungsmittel der Zukunft – und als vielversprechendes Geschäftsfeld – entdeckt. Einige haben daher bereits Zuchtfabriken gebaut und mit der Massenproduktion der Tiere begonnen. Selbst die EU hat bereits ein Regelwerk für den Zukunftsmarkt verfasst, um die Rechte der sechsbeinigen Tiere und die Hygienestandards für die zahlreichen Insektenfarmen zu vereinheitlichen.

Doch wer Insekten als umweltfreundliche alternative Proteinquelle zu Fleisch ansieht, der legt meist auch Wert auf eine artgerechte Haltung: Statt in Massentierfabriken können Insektenfans nun in der eigenen Küche ihre Insektenfarm aufbauen. Ein Start-up namens Livin Farms hat die Marktlücke ausgemacht und eine Art Inkubator entwickelt, in dem jeder Mehlwürmer züchten kann.

Das mehrstöckige Gefäß namens Insect Hive ist dabei ähnlich aufgebaut wie ein Sprossen-Zuchtgerät. In die oberste Schublade kommen verpuppte Larven, aus denen Käfer schlüpfen, die wiederum Eier legen, aus denen schließlich nach gut acht Wochen die Mehlwürmer schlüpfen. Wöchentlich könnten bis zu 500 Gramm Wurmfleisch geerntet werden, so die Entwickler bei der Projektvorstellung auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Die Anschaffung kostet derzeit 449 Dollar, dafür entstehen jedoch kaum Folgekosten für die Aufzucht: Gefüttert werden können die Tiere mit Küchenabfällen.

Die Mehlwürmer sollen Ernährungsforschern zufolge eine vielversprechende Alternative zu Fleisch bieten, da die Tiere vergleichsweise ressourcenschonend gezüchtet werden können, ohne die Umwelt zu belasten: Die Tiere sind einerseits sehr proteinreich, zudem enthalten sie wichtige Vitamine und Spurenelemente. Allerdings sollten die Tiere nur gekocht verzehrt werden, können dann jedoch vielseitig für süße und salzige Gerichte verwendet werden und sollen einen neutralen bis nussigen Geschmack haben. Wer sich vor dem Anblick ekelt, kann zum Einstieg Gebäck aus gemahlenem Insektenmehl probieren.

Die EU-Kommission hingegen empfahl zuletzt den Verzehr von Lammfleisch. Vergangenes Jahr hat die Europäische Union 27 Programme ausgewählt, die gezielt gefördert werden sollen. Diese sollen den Absatz landwirtschaftlicher Produkte in der Europäischen Union und auch in Drittländern erhöhen. Das Förderprogramm läuft über drei Jahre. Insgesamt 39 Millionen Euro zahlt die EU dafür. Neben Blumen, Obst und Gemüse soll mittels der Projekte auch der Konsum von Milch und Schafsfleisch angekurbelt werden. Er hoffe, die Förderprogramme werden „den Verbrauch und den Umsatz in dieser schwierigen Zeit steigern“, sagte EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş.

Das Programm zur Förderung des Absatzes von Lamm ist ein so genanntes Multi-Programm. Drei Unternehmen – aus Irland, Frankreich und Großbritannien – haben sich hierfür zusammengetan. Sie erhalten über 3,25 Millionen Euro von der EU, um Deutsche, Belgier, Dänen, Franzosen, Iren und Briten vom europäischen Lamm zu überzeugen. Die Zielgruppe umfasse 25- bis 45-Jährige, so EBLEX, eines der beteiligten Unternehmen. Der größte Konkurrent für Lammfleisch in der EU ist derzeit Lamm aus Neuseeland.

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