Ernährung

Vor Weihnachten: Viele Lebensmittel in Deutschland belastet

Trotz des Erfolges von Bioprodukten und angeblich stärkerer Kontrollen gibt es weiterhin Fälle, wo Keime, Rückstände von Pflanzenschutzprodukten oder Acrylamid gefunden wird. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit hat erst vor kurzem Lebkuchen, Kartoffeln oder auch Tafeltrauben untersucht, die nicht immer gut für die Gesundheit waren.

Braune Lebkuchen sind noch am wenigsten mit Acrylamid belastet. (Foto: Flickr/Leon BRocard/CC by 2.0)

Braune Lebkuchen sind noch am wenigsten mit Acrylamid belastet. (Foto: Flickr/Leon BRocard/CC by 2.0)

Vor drei Jahren gerieten um die Weihnachtszeit die Weihnachtskalender in Verruf. Damals fand Stiftung Warentest Rückstände von Mineralölen und ähnlichen Substanzen in der Schokolade. Die Aufregung war groß, doch in den vergangenen drei Jahren sind die Lebensmittel deswegen nicht weniger belastet. So teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)  zwar mit, dass sich die Acrylamid-Gehalte im Weihnachtsgebäck seit 2008 verringert hätten. Aber noch immer kann es nachgewiesen werden.

„So lag der Arcylamidgehalt bei der Hälfte von 450 in den Jahren 2013 und 2014 untersuchten Proben unterhalb von 200 µg/kg“, so das BVL. Damit unterschritten sie den aktuell geltenden EU-Richtwert von 1000 µg/kg. Zwischen 2003 und 2008 hatte der Mediangehalt noch im Bereich von 230 bis 430 µg/kg und damit auf einem deutlich höheren Niveau gelegen. Aber dennoch wurde bei zehn Prozent der Lebkuchenproben der Richtwert überschritten.

Vor allem Spezialitäten weisen dem BVL zufolge einen höheren Acrylamidgehalt auf: „Die höchsten Acrylamidgehalte wurden bei Honiglebkuchen festgestellt. Bei drei von sechs Proben lagen die Gehalte oberhalb des Richtwertes.“ Die hohen Arcylamidgehalte seien auf die charakteristische und geschmacksgebende Zutat Honig zurückzuführen. Honig enthalte auch einen hohen Anteil an Fruktose und Glukose, die wesentliche Vorläufersubstanzen bei der Entstehung von Acrylamid in Lebensmitteln sind.

Der Acrylamidgehalt ist nicht zu vernachlässigen, wurde Acrylamid in Tierversuchen doch als krebserregend nachgewiesen. Dass es auch im menschlichen Körper krebserregend sein kann, habe sich bisher nicht bestätigt. Aus „Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes habe man aber ein nationales Acrylamid-Minimierungskonzept entwickelt. Acrylamid befindet sich auch in Tabakprodukten. „Die höchsten Gehalte pro 100 Gramm oder pro Kilogramm finden sich durchschnittlich in Kaffee und Kaffeeersatzprodukten, gefolgt von Kartoffelchips bzw. Kartoffel-Snackprodukten, frittierten Kartoffelerzeugnissen sowie Keksen und Knäckebrot.“ Beim Selberbacken kann der Verbraucher tatsächlich Einfluss nehmen. Hier gilt: Je dunkler das durch Backen, Rösten, Grillen, Frittieren oder Braten zubereitete Lebensmittel, desto mehr Acrylamid enthält es.

Doch nicht nur gebackene oder frittierte Lebensmittel bereiten dem BVL Sorgen. So wurden erst kürzlich bei Stichproben auf Pestizide mehr als 100 Überschreitungen festgestellt. So fand sich beispielweise in einer Stichprobe von Babynahrung der Wirkstoff Benzalkoniumchlorid. Dabei handelt es sich um eine Chemikalie zur Bekämpfung von Bakterien und Pilzen. Andere mit Pestizidverunreinigung betroffene Lebensmittel waren Kartoffeln, Feldsalat, Zwiebeln und auch Tafeltrauben.

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