Drogen

Tabakfirmen müssen deutlicher vor Gesundheitsschäden warnen

Der Konsum von Zigaretten soll massiv reduziert werden. Aus diesem Grund hat das Bundeskabinett einen entsprechenden Entwurf beschlossen. Im Fokus stehen dabei vor allem Kinder und Jugendliche. Zukünftig sollen so etwa die Schockbilder auf den Verpackungen einen größeren Teil einnehmen. Aber auch ein generelles Zulassungsverfahren für neue Tabakprodukte ist geplant.

Die neue EU-Richtlinie soll vor allem den Tabakkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eindämmen. (Foto: Flickr/ Matt McDaniel/Cc by nd 2.0)

Die neue EU-Richtlinie soll vor allem den Tabakkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eindämmen. (Foto: Flickr/ Matt McDaniel/Cc by nd 2.0)

Am Mittwoch hat sich das Bundeskabinett den Entwurf zum so genannten Tabakerzeugnisgesetz geeinigt. Diese basiert auf der EU-Tabakproduktrichtlinie, die bis 20. Mai 2016 in nationales Recht umgesetzt werden muss. Ziel ist es, damit den Tabakkonsum einzudämmen. Jahr sterben allein in Deutschland 110.000 Menschen in unmittelbarer Folge des Rauchens. Und neben den gesundheitlichen Aspekten liegen die direkten und indirekten Kosten des Rauchens dem Deutschen Krebsforschungszentrum zufolge bei 79 Milliarden Euro pro Jahr.

Auf die Tabakunternehmen, die bereits auf EU-Ebene starke Lobbyarbeit betreiben, kommen damit etliche Neuregelungen, die immense Kosten und möglicher Weise Umsatzrückgänge nach sich ziehen werden. Eine Neuerung betrifft die Tabak- und Zigarettenverpackungen. Zukünftig sollen die Schockfotos und Warnhinweise einen deutlich größeren Teil der Verpackung einnehmen als bisher. Ab Mai sollen zwei Drittel der Verpackungen damit ausgezeichnet werden.

Inhaltlicher Natur ändert sich jedoch einiges. „Künftig sind Zigaretten und Tabak zum Selbstdrehen verboten, wenn sie ein charakteristisches Aroma haben, Aromastoffe oder technische Merkmale aufweisen, die den Geruch, Geschmack oder die Rauchintensität verändern“, so das Bundeskabinett. „Ebenso, wenn der Filter, das Papier oder Kapseln Tabak oder Nikotin enthalten.“ Zusätzlich dazu soll es zukünftig ein Zulassungsverfahren für neue Tabakprodukte geben. Aber auch nikotinhaltige, elektronische Zigaretten und Nachfüllbehälter werden genauer unter die Lupe genommen.

Problematisch im Zusammenhang mit Tabak ist auch der gestiegene Cannabiskonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dies macht eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) deutlich. Diese zeigt, dass mittlerweile 17,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren angeben, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis geraucht zu haben. 2008 waren es nur 11,6 Prozent.

„Ich sehe insbesondere mit Sorge, dass in der Altersgruppe der 12 bis 25 Jährigen die Zahl derer, die regelmäßig Cannabis konsumieren, von 2,3 Prozent auf 3,5 Prozent angestiegen ist“, sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. „Offenbar wirkt sich die Gesundheitsgefahren verharmlosende Argumentation der Befürworter einer Legalisierung von Cannabis bereits negativ aus.“ Statt einer verantwortungslos die Gefahren des Cannabiskonsums verklärenden Darstellung, brauche es neben den bestehenden gesetzlichen Regelungen daher mehr denn je fachlich fundierte Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken, die gerade für Kinder und Jugendliche mit dem Konsum des illegalen Rauschmittels einhergehen.

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