Pharma

Neue Milliarden-Deals in der Pharmabranche

Die zwei Pharmakonzerne Sanofi und Boehringer Ingelheim verhandeln derzeit über ein großes Tauschgeschäft: Tiermedizin und rezeptfreie Mittel. Ziel ist eine stärkere Spezialisierung. Unterdessen kauft sich Celesio bei Welcoop ein, um in Belgien zu expandieren.

Herstellung der mikrostrukturierten Düse des Respimat® Soft Inhaler. (Abbildung: Boehringer Ingelheim)

Herstellung der mikrostrukturierten Düse des Respimat® Soft Inhaler. (Abbildung: Boehringer Ingelheim)

Noch vor Ende des Geschäftsjahre shaben haben die großen Pharmakonzerne Boehringer Ingelheim und Sanofi eine „Vereinbarung über exklusive Verhandlungen“ über ein Tauschgeschäft vereinbart. Bei dem Tausch geht es einerseits um das Geschäft für Tiergesundheit (Merial) des französischen Unternehmens Sanofi und um das Selbstmedikations-Geschäft CHC von Boehringer Ingelheim. Das chinesische CHC Geschäft werde aber Boehringer Ingelheim zufolge von dem Tausch ausgenommen. Dafür aber sei eine Barzahlung an Sanofi in Höhe von 4,7 Milliarden Euro zusätzlich zum Tauschgeschäft erforderlich.

„Das Geschäft für Tiergesundheit ist ein sehr attraktiver Bereich hinsichtlich Innovationen, Wachstumspotenzial und Profitabilität“, teilte Boehringer Ingelheim mit. Mit dem Zukauf von Merial  könnte das Unternehmen der weltweit zweitgrößte Anbieter in der Branche werden. „ Mit dem gemeinsamen Produktportfolio sowie den bestehenden Technologieplattformen für Impfstoffe und anti-parasitische sowie pharmazeutische Spezialprodukte, würde sich das Unternehmen in den wichtigen Wachstumssegmenten der Branche platzieren.“

Im Gegenzug erwarten sich die Franzosen mit der Übernahme des CHC-Geschäfts einen zusätzlichen pro forma Umsatz von 5,1 Milliarden Euro und einen deutlichen Zusatz an Marktanteilen. „Mit dem Beginn der exklusiven Verhandlungen mit Boehringer Ingelheim haben wir zügig eines der strategischen Kernziele unserer Roadmap 2020 in Angriff genommen, nämlich, uns eine wettbewerbsfähige Position in den Bereichen zu erarbeiten, in denen wir führend sein können“, sagt Olivier Brandicourt, Vorstandsvorsitzender von Sanofi. Deutschland solle dabei ein Kernzentrum vom Sanofis CHC-Geschäfts werden. Sollten die Behörden dem Tauschgeschäft zustimmen, erwarten beide Pharmakonzerne einen Abschluss der Transaktionen in der zweiten Jahreshälfte 2016.

Das Stuttgarter Pharmaunternehmen Celesio, welches mehrheitlich dem US-Konzern McKesson gehört, gab indes den Kauf von Belmedis bekannt. Damit übernimmt eine Tochtergesellschaft Celesios den zweitgrößten Großhändler Belgien, das zur französischen Genossenschaft Welcoop gehört. Cophana, ein Pre-Wholesaler aus Belgien und eine Mehrheitsbeteiligung an Sofiades sind ebenfalls Teil des Geschäfts.

„Wir freuen uns darauf, künftig das vorhandene Netzwerk für unsere Kunden auszubauen, den Apothekern des Landes durch verbesserten Service echten Mehrwert anzubieten und für die Hersteller der bevorzugte Partner zu werden“, sagte Marc Owen, der Vorsitzende des Vorstands von Celesio AG. Die Groupe Welcop hingegen will sich zukünftig mehr auf die Entwicklung von Serviceleistungen für Apotheken konzentrieren.

 

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