WIssenschaft

Forscher können Herpes-Virus ausschalten

Viele Deutsche tragen den Herpes-Virus in sich, doch nicht alle werden von den Bläschen beispielsweise am Mund geplagt. Wissenschaftlern ist es nun gelungen, eine Art Schalter zu finden, der die Entstehung von Herpesbläschen bewirkt.

Ein reaktiviertes Herpes-simplex-Virus in den Neuronen (Foto: Courtesy of Anna Cliffe, PhD, UNC)

Ein reaktiviertes Herpes-simplex-Virus in den Neuronen (Foto: Courtesy of Anna Cliffe, PhD, UNC)

Wer sich einmal mit dem Herpesvirus angesteckt hat, trägt ihn sein Leben lang in sich. Je nach Situation und Mensch kann es dann wiederholt zum Auftreten der unbeliebten Herpesbläschen kommen. „Es gibt aber auch Reaktivierungen der Herpes-Infektion, die für den Betroffenen ohne auffällige Symptome ablaufen, bei denen sich aber dennoch das Virus vermehrt und über die Schleimhaut ausgeschieden wird“, so das Robert Koch Institut. Man unterscheidet bei Herpes zwischen zwei Typen: HSV-1 und HSV-2. Der erste Typ äußert sich meistens als Lippenherpes, der zweite betrifft die Schleimhäute der Geschlechtsorgane.

Oft lösen Stress und Ekel die unliebsamen Herpesbläschen aus. Wie der Virus aber im Einzelnen aktiviert wird, war bislang ungeklärt. Ein Team aus Wissenschaftlern der University of North Carolina hat nun eine Art An-Schalter entdeckt, der die Entstehung von Herpes auslöst. Damit könnte nun ein entsprechender Hemmstoff entwickelt werden, der den Schalter zukünftig blockiert. Grundlage für die Entdeckung war die Untersuchung von Neuronen von Mäusen. Diese wurden zuvor mit dem Herpes-simplex-Virus infiziert.

In einem ersten Schritt waren die Viren inaktiv. Es zeigten sich keine Symptome und die Viren vermehrten sich nicht. Erst als die Forscher ein Stresshormon in die Nervenfasern gaben, begannen die Viren, sich zu vermehren. Das wäre bei Menschen auch der Startschuss für die Bildung von Herpesbläschen. Neben der Vermehrung der Viren stellten die Wissenschaftler aber auch fest, dass eine ganz bestimmte Abfolge von Proteinen aktiviert wurde (JNK-Proteinkaskade). Die Wissenschaftler fanden heraus, dass diese überwiegend an der Aktivierung und Vermehrung der Herpesviren beteiligt waren.

Über diese Proteine konnten die Herpesviren praktisch bei den Mäusen deaktiviert werden. Ein entsprechender Hemmstoff ermöglichte es, trotz der erneuten Zuführung von Stresshormonen die Ausbreitung und Aktivierung der Herpes-Viren zu verhindern. Nach den Untersuchungen bei den Mäusen wollen die Wissenschaftler den Hemmstoff für die Proteine an menschlichen Neuronen untersuchen. Gelingt es auch hier, die Ausbreitung der Viren zu verhindern, könnte damit ein entsprechendes Medikament entwickelt werden.

Kommentare

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  1. Das wäre so toll, wenn endlich ein wirksames Medikament entwickelt werden würde! Ich hoffe, dass die Forscher Erfolg mit ihrer Arbeit haben!