Wissenschaft

Injizierter Schaum repariert Knochen

Französische Wissenschaftler haben einen Schaum entwickelt, der bei Osteoporose gezielt eingesetzt werden kann. Der Schaum soll nicht nur Defekte im Knochen reparieren, sondern auch das Wachstum der Knochen fördern.

Auch in ärmeren Regionen könnte der neue Schaumstoff wahre Wunder bewirken. (Foto: Flickr/ MunicipioPinas/CC by sa 2.0)

Auch in ärmeren Regionen könnte der neue Schaumstoff wahre Wunder bewirken. (Foto: Flickr/ MunicipioPinas/CC by sa 2.0)

Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 880.000 Menschen an Osteoporose. Fast jede dritte Frau ab einem Alter von 50 Jahren ist davon betroffen, so der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose. Neue medizinische Anwendungen finden rege Nachfrage. Neben der Einnahme herkömmlicher Medikamente könnte ein neuartiger Schaumstoff Linderung verschaffen.

Wissenschaftler der Universität von Nantes haben dafür auf Biomaterial zurückgegriffen, das bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen zum Einsatz kommt. Der neue Schaumstoff der Wissenschaftler soll einmal injiziert Knochen reparieren und weitere Degenerationen verhindern können. Das ist auch möglich, weil der Schaumstoff so angepasst ist, dass er einmal gegeben nicht wie viele andere irgendwann seine Flexibilität verliert.

Ein spezieller Wasserstoff agiert dabei als Treibmittel. Kleine Bläschen, die sich in dem Wasserstoff bilden, ermöglichen die notwendige Makroporosität. „Unser Ansatz ist einfach und gibt uns wirklich gute Ergebnisse im Hinblick auf die mechanischen Eigenschaften und makroporösen Strukturen“, sagte Pierre Weiss der Royal Society of Chemistry.

Erste Versuche mit dem Schaumstoff wurden an zwei lebenden Kaninchen durchgeführt. Hierfür wurde kleine Defekte in den Oberschenkelknochen verursacht und anschließend der neuartige Schaumstoff in die entstandenen Hohlräume injiziert. Analysen zeigt, dass es keinerlei toxische Wirkungen vorlagen. Darüber hinaus hatte sich an der betroffenen Stelle neuer Knochen gebildet.

„Wir denken, dass der neue Schaumstoff ein gutes Biomaterial sein könnte, um vielleicht mit aktiven Molekülen Osteoporose lokal zu behandeln“, so Weiss. Chirurgen würden dadurch ein Material für ein minimal-invasives Verfahren erhalten.

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