Gesundheitssystem

Niedersachsens Krankenhäuser in Finanznot

Während die Fälle in den Krankenhäusern mehr werden und die Ansprüche der Patienten wachsen, schrumpfen die finanziellen Spielräume für die Krankenhäuser. Die geringe staatliche Finanzhilfe treibt in Niedersachsen mittlerweile zahllose Krankenhäuser in den finanziellen Ruin.

Wirtschaftliche Situation und Erwartung der Krankenhäuser. (Grafik: NKG)

Wirtschaftliche Situation und Erwartung der Krankenhäuser. (Grafik: NKG)

Das deutsche Gesundheitssystem gerät immer stärker unter Druck. Während deutsche Pharmakonzerne über sinkende Umsätze klagen, können viele Krankenhäuser im Land ihren alltäglichen Betrieb kaum mehr finanzieren, geschweige denn Investitionen tätigen.

In Niedersachsen hatte mehr als die Hälfte der Krankenhäuser 2014 mit einem „existenzgefährdenden Geschäftsabschluss beendet“, warnt die niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG). 2015 soll sich die Situation noch verschlimmert haben. „Eine Ursache dafür ist der für Niedersachsen geltende niedrige Landesbasisfallwert zur Vergütung von stationären Krankenhausleistungen, der deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt“, sagt Gerhard Tepe von der NKG.

Immerhin haben die Krankenhäuser im vergangenen Jahr dadurch erneut 70 Millionen Euro weniger als Krankenhäuser in anderen Bundesländern zur Verfügung gehabt. Mehr als 30 Prozent werden die ersten Quartale von 2015 mit einem negativen Betriebsergebnis abgeschlossen haben.

Eine ähnlich kritische Situation ist in Hessen und NRW zu beobachten. In Hessen warnte kürzlich die Landesärztekammer vor einem Kliniksterben. Während die Länder und Kommunen also an allen Enden versuchen zu sparen, sinken die Investitionen in Krankenhäuser seit Jahren.

Die staatlichen Förderungen sind in den vergangenen 15 Jahren um real 25 Prozent deutschlandweit gesunken. Aus diesem Grund würden zwischen 30 und 40 Prozent der deutschen Kliniken seit mehr als zehn Jahren in den roten Zahlen stehen, heißt es in einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). Deutschlandweit werde der Investitionsbedarf der Krankenhäuser in den nächsten fünf Jahren sogar auf sieben Milliarden Euro jährlich steigen, was zu einer verstärkten Finanzierung über den Kapitalmarkt beitragen dürfte.

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