Wirtschaft

Zukunftsmarkt Krebs: Konzerne erhöhen Investitionen

Die Zahl der an Krebs Erkrankten steigt stetig und die Behandlungsmethoden sind vielfältig. Doch oft kann der Krebs nur vorübergehend besiegt werden. Für die großen Pharmakonzerne tut sich hier ein Wachstumsmarkt auf. Sie erhöhen ihre Investitionen in die Krebsforschung deutlich.

Die Zahl der zugelassenen Krebsmedikamente ist groß. Heilbar ist die Krankheit jedoch noch lange nicht. Der Markt für Neuentwicklungen ist groß. (Foto: Flickr/Steven Depolo/CC by 2.0)

Die Zahl der zugelassenen Krebsmedikamente ist groß. Heilbar ist die Krankheit jedoch noch lange nicht. Der Markt für Neuentwicklungen ist groß. (Foto: Flickr/Steven Depolo/CC by 2.0)

Chemotherapie, Tabletten, OPs, Immuntherapie und Ernährungsumstellung – das sind nur wenige der diversen Behandlungsansätze, die im Fall einer Krebserkrankung erwogen werden. Je nach Krebsart werden davon aber meist sehr schnell einige ausgeschlossen. Mit dem Älterwerden der westlichen Gesellschaften steigt auch die Zahl der an Krebs Erkrankten. Für Pharmakonzerne ist dies ein gutes Geschäft. Doch sie müssen schnell und innovativ bleiben, denn Start-ups und Technologieunternehmen wie Google haben sich ebenfalls des Themas angenommen.

Sowohl Novartis als auch Sanofi haben in dieser Woche angekündigt, sich verstärkt auf die Krebsforschung konzentrieren zu wollen. Das französische Unternehmen Sanofi will insgesamt 1,1 Milliarden Euro in Biotechfirmen investieren und damit seine eigene Krebsforschung voranbringen. Neben einer Zusammenarbeit mit Innate Pharma bezüglich einer neuen Immuntherapie werden auch knapp 690 Millionen Euro in das junge US-Unternehmen Warp Drive Bio gesteckt.

Novartis wird zukünftig im Krebsgeschäft mit dem US-Unternehmen Surface Oncology zusammenarbeiten. Ein Lizenzabkommen ermöglicht es Novartis nun, Zugang zu vier vorklinischen Forschungsprogrammen zu erhalten. „Wir haben jetzt mehrere Programme, die aggressiv mit der Mikroumgebung der Tumore agieren“, sagte Mark Fishman von Novartis anlässlich der neuen Zusammenarbeit. Die Allianz sei ein weiterer Baustein in der Planung, ein Portfolio an Lösungen zu entwickeln, die zu einer Reihe von immunonkologischen Medikamenten führen könnten.

Aber auch die Konkurrenz von Novartis und Sanofi schläft nicht. Erst Ende November hatte Roche die Zulassung der Europäischen Kommission für ein neues Hautkrebsmedikament erhalten. Die Europäische Kommission habe dem Medikament Cotellic in Kombination mit dem Roche-Präparat Zelboraf die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit nicht operierbarem oder metastasierendem Melanom erteilt, verkündete der Schweizer Pharmakonzern am Mittwoch.

Google hat sich ebenfalls mit dem Thema Krebs beschäftigt. Das Unternehmen arbeitet an Nanopartikeln, die Krebs im Körper aufspüren können. Ein magnetisches Armband soll die Partikel an das Handgelenk rufen, hier sollen dann diejenigen, die Krebszellen geortet haben, aufleuchten. Das Lichtsignal wird dann durch die Haut hindurch ausgelesen. Die Nanomedizin funktioniert nach einem Bericht des Business Insider folgendermaßen: Ein Patient schluckt eine Pille, die Millionen Nanopartikel enthält. Diese sind so klein, dass mehr als tausend davon in ein einziges Blutkörperchen passen.

Je nachdem, welche Krankheit gesucht oder behandelt werden soll, sind die Nanopartikel mit Antikörpern beschichtet, die wie Magneten auf bestimmte Zellen, Proteine oder andere Moleküle reagieren, beispielsweise nur auf Krebszellen. Bei Kontakt mit ihrem Gegenpart beginnen die Nanopartikel zu leuchten. Dieses Lichtsignal soll nun durch ein spezielles magnetisches Armand ausgelesen werden, dass die Partikel am Handgelenk „scannt“.

Das Biotechnologie-Unternehmen ViaTherapeutics aus Österreich hingegen arbeitet derzeit an einem Impfstoff gegen Krebs. Ziel sei es, eine „weltweit neue Behandlung von Tumoren auf Basis krebstötender (onkolytischer) Viren“ zu entwickeln.

Das Virus VSV-GP ist eine Kombination zweier für den Menschen als harmlos geltender Viren. Dabei wurde das Hülleiweiß des Vesikulären Stomatitisvirus (VSV) dazugegeben, das Glykoprotein (GP) des Lymphozytären Choriomeningitisvirus (LCMV) dagegen ausgetauscht. „Diese Hülle fungiert wie eine Tarnkappe. Sie schützt VSV-GP teilweise vor der Erkennung durch das Immunsystem. Auch bei wiederholter Gabe kann dieses onkolytische Virus daher Krebszellen zerstören“, erklärt Lisa Egerer, die Leiterin des neuen Labors. Verabreicht werden soll das Virus dann als Impfung.

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