Wissenschaft

Bluttest soll Krebs im frühen Stadium erkennen

Ein US-Start-up hat einen Schnelltest entwickelt, der nach einer Blutabnahme winzige Teilchen mutierter Krebszellen aufspürt. Die Methode ist vielversprechend, Bill Gates und Jeff Bezos gehören zu den Investoren des Start-ups.

Je früher Krebs erkannt wird, umso besser. Bluttests sollen die Diagnosen schneller und einfacher machen. (Foto: Flickr/ ☰☵ Michele M. F./CC by sa 2.0)

Je früher Krebs erkannt wird, umso besser. Bluttests sollen die Diagnosen schneller und einfacher machen. (Foto: Flickr/ ☰☵ Michele M. F./CC by sa 2.0)

Grail heißt das junge US-Unternehmen, das von der Firma Illumina und zahlreichen Investoren ins Leben gerufen wurde. Namentlich angelehnt an den heiligen Gral, arbeitet Grail an einem Bluttest, mit dem Krebs bereits im Anfangsstadium nachgewiesen werden kann.

„Wir hoffen, dass heute der Wendepunkt im Kampf gegen den Krebs ist“, sagte Jay Flatley von Illumina. „Dadurch, dass die Früherkennung von Krebs bei Individuen durch ein einfaches Bluttest erfolgt, hoffen wir, die Krebssterblichkeit massiv zu verringern“. Es gehe darum, den Krebs zu entdecken, solange er sich noch in einem heilbaren Stadium befindet.

Der Schnelltest lehnt sich dafür an die Liquid-Biopsy-Methode an. Damit können im Blut schon winzige Teilchen mutierter Krebszellen, zirkulierende Nukleinsäuren, nachgewiesen werde. Da bei einer Krebsdiagnose meist nur 0,01 Prozent der DNA infiziert sind, müssen sehr viele Tests und Überarbeitungen stattfinden, bis der Bluttest marktreif ist. Nur so wird es dem Unternehmen gelingen, die Fehlerquote möglichst gering zu halten.

Illumina ist Mehrheitseigentümer von Grail. Zusätzlich zu dem US-Gentechnikspezialist haben sich aber noch andere Investoren gefunden, die das Projekt insgesamt mit 100 Millionen Dollar finanzieren. Zu den Investoren gehören ARCH Venture Partners, Jeff Bezos (Amazon) Firma Bezos Expeditions, Bill Gates und Sutter Hill Ventures.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch die Uniklinik RWTH Aachen. Wissenschaftler arbeiten hier auch einem Bluttest zur Früherkennung von Brustkrebs. „Tumorzellen zeichnen sich dadurch aus, dass bestimmte Bereiche ihrer Erbsubstanz DNA durch chemische Anhängsel, sogenannte Methylgruppen, verändert sind“, so Studienleiter Professor Dahl. Jede Tumorart besitze ein spezifisches Muster dieser Anhängsel, fachlich als Biomarker bezeichnet. Sterben die Zellen ab, gelangt die verräterische Tumor-DNA in kleinsten Mengen ins Blut und kann dort mit hochsensitiven molekularen Analyseverfahren nachgewiesen werden. „Wir sprechen dann auch von einer ‚Liquid Biopsy‘ oder ‚Flüssigbiopsie‘.“

Angesichts der zunehmenden Skepsis gegenüber den Kosten, dem Aufwand und dem tatsächlichen Nutzen der Mammographie könnte der Test für viele Frauen unentbehrlich werden. „Wir haben mit diesem neuen MR-Screening-Verfahren bei Frauen mit ganz normalem Risiko Brustkrebs gefunden, der weder in der Mammographie noch im Ultraschall vermutet oder erkannt worden war“, sagte Christiane Kuhl von der Uniklinik RWTH Aachen.

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