Wisenschaft

Handschuh hilft Parkinson-Betroffenen

Ein Handschuh soll Parkinson-Patienten helfen, wieder selbstständiger zu werden. Ein Gyroskop im Handschuh gleicht die „Zitterbewegungen“ der Betroffenen aus. Eine Technologie, die auch bei privaten Drohnen als Stabilisator eingesetzt wird. So können diese wieder zahlreiche Bewegungen ausführen.

Mit einem Gewicht von nur 200 Gramm wird der Handschuh den Nutzer bald nicht mehr auffallen. (Foto: GyroGlove)

Mit einem Gewicht von nur 200 Gramm wird der Handschuh den Nutzer bald nicht mehr auffallen. (Foto: GyroGlove)

GyroGlove heißt der Handschuh, der das Leben von Parkinson-Patienten erheblich erleichtern könnte. Eine Suppe löffeln, zeichnen, telefonieren – all das sind Aktivitäten, die Parkinson-Patienten je nach Stadium ihrer Erkrankung sehr schwer fallen. Der Wissenschaftler Faii Ong erlebte dies, als er sich als Medizinstudent um eine 103- Jahre alte Parkinson-Patientin kümmerte.

Die Patientin wurde immer dünner und einmal sah Faii Ong die Dame, nachdem sie versucht hatte, einen Teller Suppe zu essen. „Leider landete alles auf ihrem Körper, weil ihre Hände zu zittrig waren“, so Faii Ong. Hier wollte er Abhilfe schaffen.

Der von Faii Ong entwickelte GyroGlove nutzt dabei eine Technologie, die auch bei nicht militärisch genutzten Drohnen gern zum Einsatz kommt. Der Handschuh verfügt über ein Gyroskop. Ein spezieller Sensor, der bei den Drohnen dafür sorgt, dass diese über eine enorme Stabilität verfügen. Mithilfe dieser Technologie kann man beispielsweise mit einer Drohne abrupte Bewegungen und Kurven fliegen und ein mit Wasser gefülltes Glas würde trotzdem nicht überschwappen. Dahinter steckt ein symmetrischer Kreisel, der auf einem beweglichen Lager rotiert.

Der Parkinson-Patient zieht sich den GyroGlove an. Auf der Oberseite des Handschuh sitzt eine Kunststoffhülle, in der sich das Gyroskop und die Batterie, die dieses betreibt, befindet. Nur insgesamt 200 Gramm soll der Handschuh wiegen. Erste Exemplare wurden bereits zusammen mit dem Prototyping-Labor des Londoner Imperial College entwickelt. Der Handschuh schafft dann eine Gegenbewegung zum Zittern. So wird die Hand ruhiger geführt. Es soll sich anfühlen, als bewege man seine Hand durch einen zähflüssigen Sirup.

Weltweit leiden bis zu 20 Millionen Menschen an Parkinson. Darüber hinaus leben aber auch noch 200 Millionen mit einem starken Tremor in der Hand. Auch hier kann der Handschuh zum Einsatz kommen. Geplant ist, in diesem Jahr den Handschuh zur Marktreife zu führen. Zwischen 400 und 600 Pfund soll der Handschuh kosten.

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