Wirtschaft

Glyphosat: Monsanto verklagt Kalifornien

Kalifornien will Glyphosat auf die Liste der anerkannten krebserregenden Stoffe setzen. Glyphosat ist eines der Hauptbestandteile von Monsantos Unkrautvernichtungsmittel. Setzt Kalifornien den Inhaltsstoff auf die Liste, wäre das ein herber Rückschlag für das Unternehmen. Deshalb hat der Konzern nun eine Klage gegen den kalifornischen Staat eingereicht.

Die kalifornische Umweltschutzbehörde Cal/EPA will das Pestizid Glyphosat in die Liste der krebsverursachenden Mittel aufnehmen. (Foto: Flickr/ Mike Mozart/CC by 2.0)

Die kalifornische Umweltschutzbehörde Cal/EPA will das Pestizid Glyphosat in die Liste der krebsverursachenden Mittel aufnehmen. (Foto: Flickr/ Mike Mozart/CC by 2.0)

Monsanto sorgt angesichts seines umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Roundup erneut für Aufmerksamkeit. Das US-Unternehmen verklagt eine kalifornische Behörde. Grund dafür ist das im Unkrautvernichter enthaltene Glyphosat, das die Internationale Krebsforschungsagentur IARC als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hatte. Kalifornien will Glyphosat auf die Liste der bekannten krebserregenden Stoffe setzen.

Die zuständige kalifornische Behörde, das Office of Environmental Health Hazard Assessment (OEHHA), und der zuständige Direkter, Lauren Zeise, sind von der Klage betroffen. Ende September hatte die Behörde ihre Pläne für die Glyphosat-Warnung angekündigt. „Soweit ich weiß, ist dies die erste Aufsichtsbehörde in den USA, die feststellt, dass Glyphosat krebserregend ist (…) Also, das ist eine sehr große Sache“, zitierte EcoWatch damals Nathan Donley vom Center for Biological Diversity.

Gemäß dem „Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act, 1986“ (Proposition 65), welches ein im Jahr 1986 in Kraft getretenes kalifornisches Wasserschutz-Gesetz ist, soll die Hygiene des Trinkwassers vom Staat gefördert werden. Demzufolge ist die Umweltschutzbehörde verpflichtet zu verhindern, dass krebserregende Substanzen in Verbraucherprodukte gelangen und daraus eventuelle Missbildungen sowie andere Schädigungen der Fortpflanzungsfähigkeit erfolgen.

Monsanto streitet ab, dass Glyphosat krebserregend ist, und bezieht sich dabei auf zahlreiche Studien, die Glyphosat als sicher einstufen. Eine der Studien ist aus dem Jahr 2007 und von der kalifornischen Behörde selbst veröffentlicht. Darin kommt diese zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich sei, dass Glyphosat Krebs verursache.

Indem Kalifornien Glyphosat auf Grundlage der Klassifikation durch die Internationale Krebsforschungsagentur IARC auf die Krebs-Liste setzt, trete die US-Behörde ihre regulatorische Autorität an einen „nicht gewählten, undemokratischen, unerklärlichen Fremdkörper“ ab, heißt es in der Klage von Monsanto. Zumal diese Organisation nicht unter der Aufsicht eines Staates stehe.

Nimmt Kalifornien Glyphosat in die besagte Liste auf, wäre Monsanto gezwungen, die Konsumenten gut sichtbar vor der krebserregenden Chemikalie zu warnen. Andere Unternehmen, die ebenfalls Glyphosat verwenden, wären davon ebenfalls betroffen.

Monsanto kämpft derzeit an vielen Fronten. Auch in Europa ist der Widerstand gegen Produkte von Monsanto – vor allem mit Glyphosat – groß. In zahlreichen europäischen Geschäften wurden Glyphosatprodukte bereits aus den Regalen entfernt. Überraschend hatte die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) den Stoff im vergangenen Jahr als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ eingestuft. Daraufhin hatten hunderte Wissenschaftler sich vehement gegen diese Einstufung gewehrt. Sie kritisierten in einem offenen Brief die Methoden der EU-Behörde.

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare. Was ist Deiner?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Dazu kann man nur sagen, daß inzwischen 80 % der Masse an
    bestäubenden Insekten nicht mehr existieren ! Hoch lebe Monsanto
    und Co. !!!!!! und unsere blinden „Entscheidungsträger“ !!!!!!!!!!!!!

  2. Wenn sogar jetzt Glyphosat im Bier festgestellt wird, wundert es mich nicht, daß viele Männer an Krebs sterben. Monsanto ist ein skrupelloses, geldgieriges Monster. Hat er keine Kinder? Aber wahrscheinlich ist ihm das auch total egal. Wie krank muß ein Gehirn sein, das auf nichts Rücksicht nimmt, nur um noch mehr „Geld und Macht“ zu haben?