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Duisburger Unternehmen entwickelt Zika-Schnelltest

In nur wenigen Wochen hat Genekam Biotechnology AG einen marktreifen Schnelltest für den Virus vorgestellt. Die Ausbreitung des Virus hat sich noch einmal beschleunigt, länderübergreifende Maßnahmen sind erforderlich.

EIn einzelner Trst kostet so nur noch knapp sechs Euro. (Foto: Genekam Biotechnology AG)

EIn einzelner Trst kostet so nur noch knapp sechs Euro. (Foto: Genekam Biotechnology AG)

Nach Schnelltests für Ebola, SARS und die Vogelgrippe hat das private Labor Genekam Biotechnology AG nun einen Schnelltest für den Zika-Virus vorgestellt. Die Forscher arbeiteten bereits an einem Schnelltest für das Dengue-Fieber, der ebenfalls kürzlich fertiggestellt wurde. Da das Dengua-Fieber auch von der Tigermücke übertragen wurde, konnten die Wissenschaftler auf ihren Erkenntnissen aufbauen, um einen Test für das Zika-Virus zu entwickeln.

Mit einer DNA-Probe aus Gewebe oder Körperflüssigkeit können die Chemikalien im Schnelltest den Zika-Virus nachweisen. Mit einem Set von 100 Schnelltest für rund 600 Euro, ist man nicht mehr nur auf Tropenmediziner zum Nachweis des Virus angewiesen. Krankenhäuser und Gesundheitsämter können ebenfalls damit zu den entsprechenden Ergebnissen kommen. Runter gerechnet, kostet so ein einzelner Test nur mehr knapp 6 Euro.

Dabei zeigt der Test nicht nur, ob sich der Zika-Virus im Körper des Patienten befindet. Es wird auch ersichtlich, wie groß die Menge der Viren in der jeweiligen Probe ist. Das funktioniert bei Menschen genauso wie bei Mücken.

Um die generelle Forschung am Impfstoff für den Zika-Virus voranzutreiben, hat nun die Europäische Arzneimittelbehörde EMA ein Expertengremium ins Leben gerufen. Das Gremium soll Phramaunternehmen ermuntern, die EMA zu kontaktieren, wenn sie vielversprechende Zika-Projekte gestartet haben. Ziel sei es, so schnell wie möglich die notwendigen Mittel zu entwickeln. Bislang gibt es weder einen Impfstoff zum Schutz vor der Infektion noch Medikamente für ihre Behandlung. Derzeit laufen noch nicht einmal klinische Studien. Die US-Regierung hatte zuvor beim Kongress 1,8 Milliarden Dollar an Sofortmitteln für den Kampf gegen Zika beantragt. Mögliche Absagen für Olympia in Brasilien wurden erwägt.

Unterdessen steht Valneva immer stärker im Fokus. Investoren rechnen mit der baldigen Markteinführung eines Impfstoffs gegen das Zika-Virus. Der Kurs der französischen Biotechfirma stieg Anfang der Woche um bis zu 12,4 Prozent auf 3,45 Euro. Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben derzeit die Entwicklung eines Zika-Impfstoffs. Dessen Erreger ist mit dem Virus verwandt, der die in Asien verbreitete Japanische Enzephalitis verursacht. Hierfür hat Valneva einen Impfstoff bereits im Angebot. Das durch Mücken übertragene Zika-Virus breitet sich derzeit in Südamerika aus und wird für Missbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht. Sanofi hatte ebenfalls die Entwicklung eines Impfstoffs angekündigt.

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