Gesundheitssystem

Cyberattacken treffen Krankenhäuser in NRW

In Nordrhein-Westfalen sind zwei Krankenhäuser Ziele von Hackerangriffen geworden. Das Landeskriminalamt warnt vor E-Mails mit Schadsoftware, die in das System der Krankenhäuser eindringen könnte. Selbst aktuelle Anti-Virenprogramme könnten keinen umfassenden Schutz für Attacken von außen bedeuten.

Die Digitalisierung bietet auch neue Angriffsflächen für die Kliniken. (Foto: Flickr/ jfcherry/CC by sa 2.0)

Die Digitalisierung bietet auch neue Angriffsflächen für die Kliniken. (Foto: Flickr/
jfcherry/CC by sa 2.0)

Die zunehmende Digitalisierung der Krankenhäuser hat auch ihre Schattenseiten. Die immer stärker werdende Vernetzung zwischen Arbeitscomputern, digitalen Datenspeichern und vernetzten Geräten in Krankenhäusern können den Klinikbetrieb verbessern, machen ihn aber auch angreifbar. Diese Erfahrung mussten nun zwei Kliniken in Nordrhein-Westfalen machen. Sowohl das Lukaskrankenhaus in Neuss als auch das Klinikum Arnsberg sind von Hackern angegriffen worden.

„Das Klinikum Arnsberg wurde Opfer eines Angriffs mit Computerviren“, teilte das Klinikum Arnsberg mit. IT-Experten des Klinikums hätten (…) eine Schadsoftware in einem Verzeichnis des Kliniknetzwerks entdeckt. Nachdem der Virus-Angriff identifiziert worden war, habe die Klinikleitung in Absprache mit dem Landeskriminalamt, dem IT-Team und IT-Dienstleistern schnell reagiert. „Um Schäden zu vermeiden haben wir unser IT-System geplant heruntergefahren“, sagte Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg.

Bis Sonntag vegangener Woche wurden alle Systeme überprüft und die digitalen Dienste wieder gestartet. „Seitdem laufen die für die Patientenversorgung wesentlichen Informationssystem wieder“, so das Klinikum. „Die Versorgung unserer Patienten war jederzeit uneingeschränkt sichergestellt.“ Die wesentlichen medizinischen Geräte arbeiten auch ohne IT-Netzwerk, hieß es:

„In den vergangenen Tagen und Wochen hatten bereits weitere Kliniken in NRW aber auch Industrieunternehmen ähnliche Probleme. Wir konnten die Quelle des Virus identifizieren. Unsere Aufzeichnungen haben wir den Ermittlungsbehörden übergeben. Dort wird das Material nun analysiert.“

Im Lukaskrankenhaus legte die Cyberattacke das IT-System ebenfalls tagelang lahm. Die IT-Systeme für den Laborbetrieb sind wieder in Betrieb genommen worden. Nach und nach sollen nun alle anderen Systeme ebenfalls wieder hochgefahren werden. Das setzt aber voraus, dass alle 900 Rechner des Krankenhauses einzeln überprüft werden.

Das Landeskriminalamt spricht im Fall der betroffenen Krankenhäuser von einem Angriff mittels Ransomware. „Die Übertragung der Schadsoftware erfolgt häufig über Dateianhänge von E-Mails.“ Auch ein Besuch infizierter Webseiten könne zu einer Übertragung führen. Die Schadsoftware werde durch die Täter regelmäßig verändert, so dass selbst aktuelle Anti-Virensoftware keinen umfassenden Schutz bieten können. „Jedes Unternehmen oder jede Institution In Nordrhein-Westfalen sind zwei Krankenhäuser Ziele von Hackerangriffen geworden. Das Landeskriminalamt warnt vor E-Mails mit Schadsoftware, die in das System der Krankenhäuser eindringen könnte. Selbst aktuelle Anti-Virenprogramme könnten keinen umfassenden Schutz für Attacken von außen bedeuten.mit IT-Infrastruktur kann betroffen sein.“

Die Krankenhausgesellschaft KGNW teilte in einem Rundschreiben,das der Ärztezeitung vorliegt, mit, dass es bislang nach den Attacken keine Erpressungsversuche gegeben habe. Außerdem sei in keinem der Fälle versucht worden, Patientendaten abzugreifen.

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