Forschung

IBM entwickelt Diagnose-Software für Radiologen

Die Interpretation von Röntgen- und MRT-Bildern ist nicht immer einfach und meist auch zeitintensiv. IBM will das mit seiner Software Avicenna ändern. Diese soll mit automatischen Analysen von Text- und Bilddateien bei der Diagnose helfen.

Um CT oder MRT-Bilder interpretieren zu können, benötigt man viel Erfahrung. Die Software Avicenna soll hierbei helfen. (Foto: Flickr/University of Michigan MSIS/CC by 2.0)

Um CT oder MRT-Bilder interpretieren zu können, benötigt man viel Erfahrung. Die Software Avicenna soll hierbei helfen. (Foto: Flickr/University of Michigan MSIS/CC by 2.0)

Der Laie kann auf Röntgen-, MRT- und CT-Bilder oft nicht viel erkennen. Doch auch der gelernte Arzt muss viel Expertise aufweisen und genau auswerten, um eine handfeste Diagnose stellten zu können. Doch ein Computerprogramm könnte hier bald für große Veränderungen sorgen. IBM arbeitet dazu aktuell an einer Software namens Avicenna.

Avicenna soll in der Lage sein, Abnormitäten und anatomische Strukturen anhand der Ergebnisse der bildgebenden Verfahren zu analysieren. Zusammen mit Daten aus der Krankenakte des jeweiligen Patienten soll die Software dann in der Lage sein, Diagnosen zu stellen und eine mögliche Behandlung anzugeben.

Allerdings soll das Programm nicht allein agieren, sondern vielmehr quasi als rechte Hand des zuständigen Arztes fungieren. Es soll die Arbeit von Radiologen und Kardiologen beschleunigen. Erste Tests anhand anonymisierter Bilder sind bereits erfolgreich gelaufen. „Wir bereiten die Kommerzialisierung des Programmes vor“, sagte Tanveer Syeda-Mahmood von IBM dem MIT Technology Review.

Bei der Auswertung der Daten bedient sich die Software verschiedenen Algorithmen, von denen jeder eine ganz spezifische Funktion aufweist. So schätzen diese beispielsweise ein, auf welcher Höhe der Brust die Aufnahme gemacht wurde, andere identifizieren etwa Organe. „Kein anderes Unternehmen arbeitet an der Umsetzung, einer vollständigen Integration von Text, Strukturdaten und bildgebenden Verfahren“, so Kenji Suzuki vom Illinois Institute of Technology. Allerdings müsste die Software noch genauer werden, bevor sie tatsächlich zum Einsatz kommen kann.

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