Gesundheitssystem

Studie: Patienten-Gefährdung in OP-Sälen gestiegen

Defizite bei der Hygiene, viele Ausfälle und mangelhafte Organisation werden immer gefährlicher für den Patienten. Das aktuelle OP-Barometer zeigt, dass fast jeder zweite Mitarbeiter aus der OP-Pflege und Anästhesie-Pflege denkt, das Risiko für Patienten hätte zugenommen.

In den privaten Krankenhäusern ist die Bettenauslastung schlechter als in den öffentlichen. (Foto: Flickr/Dennis Skley/CC by nd 2.0)

In den privaten Krankenhäusern ist die Bettenauslastung schlechter als in den öffentlichen. (Foto: Flickr/Dennis Skley/CC by nd 2.0)

Das aktuelle OP-Barometer stellt den deutschen Krankenhäusern kein gutes Zeugnis aus. Das spiegelt sich sowohl in der Unzufriedenheit vieler Mitarbeiter, als auch in den Krankschreibungen und dem zunehmenden Risiko, dem Patienten mittlerweile ausgesetzt werden. Auf die Frage, ob die Patientensicherheit in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat, antworteten die über 1.700 Mitarbeiter aus den Bereichen OP-Pflege und Anästhesie-Pflege überwiegend mit ja: „Eher ja“ sagten 47 Prozent, „eher nein“ 34 Prozent. Besonders alarmierend ist, dass bereits 2013 die Befragten eine Zunahme der Patientengefährdung sahen. Seitdem hat sich dementsprechend nicht viel geändert, im Gegenteil.

Gründe für die zunehmende Patientengefährdung gibt es einige. So sagen 61 Prozent der Befragten, dass es einen sehr hohen Krankenstand gibt. Unnötige Wartezeiten und mangelndes Personal beeinträchtigen die Qualität der Krankenhäuser und der geleisteten Arbeit ebenfalls. Und auch ohne Krankenstand sagt die Mehrheit, dass es nicht ausreichend Personal gebe, um die vorhandene Arbeit zu bewältigen.

„Alle Krankenhäuser müssten inzwischen wissen, dass die Hygiene ein besonders sensibles Thema ist“, sagt Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt UAS. „Es scheint gerade in diesem Bereich in vielen OP-Sälen ein deutlicher Nachholbedarf zu bestehen.“ Das OP-Barometer zeigt zudem, dass in Sachen Hygiene, Organisation und Personal sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Krankenhäusern bestehen. „Es ist den Patientinnen und Patienten deshalb anzuraten, genau hinzuschauen, in welchem Krankenhaus man sich operieren lässt“, so Busse.

Viele Mitarbeiter haben das Gefühl, ihre Arbeit werde nicht wirklich anerkannt. Und so würden nur 43 Prozent der Befragten noch einmal denselben Beruf am selben Arbeitsplatz ausüben, wenn sie noch einmal darüber entscheiden könnten.

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