Wirtschaft

US-Umweltbehörde will Bayer-Insektizid verbieten

Nach jahrelangem Verkauf in den USA, droht dem Insektenschutzmittel Belt von Bayer in den USA das Aus. Es gefährde wirbellose Tiere und somit auch Fische, warnt die US-Umweltbehörde. Bayer widerspricht jedoch und kritisierte die Urteilskraft der Behörde. Der Ausgang des Streits kann auch für die EU-Bürger von großer Bedeutung werden. 2016 ist die EInführung von Belt in EU-Ländern geplant.

Die US-Umweltbehörde geht davon aus, dass das Insektizid für wirbellose Tiere in an Felder angrenzenden Gewässern giftig ist. (Foto: Flickr/Agrascope/Cc by nd 2.0)

Die US-Umweltbehörde geht davon aus, dass das Insektizid für wirbellose Tiere in an Felder angrenzenden Gewässern giftig ist. (Foto: Flickr/Agrascope/Cc by nd 2.0)

Bayer will ein umstrittenes Insektenvernichtungsmittel nicht vom US-Markt nehmen. Der Pharma- und Chemiekonzern kündigte am Freitag an, sich gegen das entsprechende Ersuchen der US-Umweltbehörde EPA zu wehren. Das Mittel namens Belt wurde 2008 auf den Markt gebracht und soll unter anderem Mandeln, Orangen und Sojabohnen vor Motten und Würmern schützen.

In hohen Dosen ist es allerdings für wirbellose Tiere am Grund von Flüssen und Teichen giftig. Diese Tiere können ein wichtiges Nahrungsmittel für Fische sein. Im Wasser in der Nähe von Feldern sei die giftige Dosis jedoch nie erreicht worden, erklärte der Konzern und verwies auf Ergebnisse von Feldversuchen. Der EPA sind die Risiken jedoch zu hoch.

Bayer kritisierte, dass sich die Umweltbehörde bei ihrer Beurteilung zu sehr auf Computermodelle stütze. Der Konzern erwartet, dass die EPA als nächstes einen formellen Antrag stellt, um die Zulassung des Mittels zu widerrufen.

„Mehr als eine Viertel Milliarde Dollar koste der Hunger der Baumwollkapselraupen die amerikanischen Landwirte jedes Jahr“, wirbt Bayer für sein Insektizid. „Sie können ganze Felder von Obst und Gemüse, Tee und Baumwolle in kürzester Zeit kahlfressen.“ Belt sei genau für diesen Fall. Das Insektizid dockt sich im Körper des Insekts an ein Molekül an, das für die Kontraktion der Muskeln verantwortlich ist. Die Folge: Die Insekten können sich nicht mehr bewegen und sterben. Bei 170 Pflanzenarten könne das Insektizid eingesetzt werden, so Bayer.

Neben Belt vertreibt Bayer noch ein weiteres Insektizid: Sivanto, das im Januar des vergangenen Jahres die Zulassung der EPA erhielt. In diesem Jahr soll Sivanto auch in europäischen Ländern zum Einsatz kommen. „Sivanto™ ist ein neuartiges systemisches Insektizid zur Bekämpfung saugender Insekten wie Blattläuse, Weiße Fliegen, Zikaden, Blattflöhe und anderer bedeutsamer Schädlinge.“

Im Gegensatz zum Vorsorgeprinzip in der EU werden in den USA Produkte so lange zugelassen, bis ausdrücklich nachgewiesen wurde, dass sie giftig bzw. schädlich sind. In der EU heißt es hingegen: Wenn vermutet wird oder man sich nicht sicher ist, ob ein Produkt schädlich ist, lässt man es nicht zu. Aus diesem Grund kann die Entscheidung in den USA im Fall von Bayer auch einen nachhaltigen Effekt für die geplante Zulassung von Belt in EU-Ländern von Bedeutung sein.

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