Wirtschaft

Zika-Bekämpfung schwieriger als erwartet

Mit einem 56 Millionen Euro teuren Aktionsplan will die WHO nun den Kampf gegen den Zika-Virus verstärken. Angesichts wärmer werdender Temperaturen rechnet die Weltgesundheitsorganisation mit einer weiteren Beschleunigung bei der weltweiten Ausbreitung.

Am schwersten vom Zika-Virus betroffen ist weiterhin Brasilien. Foto: Flickr/ coniferconifer/Cc by 2.0)

Am schwersten vom Zika-Virus betroffen ist weiterhin Brasilien. Foto: Flickr/ coniferconifer/Cc by 2.0)

Der Zika-Virus wird zu einer neuen internationalen Herausforderung. In insgesamt 40 Ländern ist der Virus bereits aufgetaucht. Schätzungen gehen von 500.000 bis 1,5 Millionen infizierter Menschen aus. Anfang Februar hat die WHO im Falle des Zika-Virus den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Es gilt, das verschlafen der Ebola-Krise nicht noch einmal unter anderem Namen zuzulassen.

Aus diesem Grund hat die WHO in dieser Woche einen Aktionsplan gegen Zika vorgestellt. Dieser umfasst Maßnahmen im Umfang von etwa 56 Millionen Euro und beinhaltet neben einer besseren Aufklärung auch den Kampf gegen die Mücken, die den Virus übertragen.

Vor allem mit Blick auf die bald steigenden Temperaturen warnt die WHO vor einer schnelleren Ausbreitung. Auch Europa ist davon nicht gänzlich ausgenommen, so die WHO:

„Jedes Land der Europäischen Region, in dem Mücken der Gattung Aedes vorkommen, ist in Bezug auf eine Ausbreitung des Zika-Virus gefährdet. Auch wenn inzwischen eine Anzahl von mit dem Virus infizierten Personen in die Länder der Europäischen Region eingereist sind, so ist die Krankheit doch bisher nicht weiter übertragen worden, da die Stechmücken noch nicht aktiv sind. Zu Beginn der Frühjahrs- bzw. Sommersaison erhöht sich allerdings die Gefahr einer Ausbreitung des Zika-Virus.“

Doch nicht nur die Jahreszeiten könne die Ausweitung des Virus bedingen. Auch der Klimawandel, die Globalisierung und das Städtewachstum macht die WHO in ihrem Aktionsplan dafür verantwortlich. Nach WHO-Angaben sind Wissenschaftler des Nationalen Gesundheitsinstitutes in den USA sowie der indischen Firma Bharat Biotech bei der Entwicklung eines Impfstoffs am weitesten fortgeschritten. Allerdings würde es noch eineinhalb Jahre dauern, um umfangreiche klinische Tests zu starten. Rund 15 Gruppen arbeiten an der Entwicklung eines Zika-Impfstoffs, unter anderem der französische Konzern Sanofi.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *