Medizintourismus

Immer mehr Deutsche erwägen Behandlung im Ausland

Jeder zweite Deutsche kann sich inzwischen vorstellen, sich auch im Ausland behandeln zu lassen. Günstigere Kosten und die Verbindung einer Behandlung mit einem Urlaub scheinen dabei besonders attraktiv.

Eine kleine OP am Auge verbunden mit einem Strandurlaub - für viele Deutsche klingt das mittlerweile nach einem guten Plan. (Foto: Flickr/Raúl González/CC by 2.0)

Eine kleine OP am Auge verbunden mit einem Strandurlaub – für viele Deutsche klingt das mittlerweile nach einem guten Plan. (Foto: Flickr/Raúl González/CC by 2.0)

Der globale Medizintourismus hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich Fahrt aufgenommen. Nicht nur, dass viele Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, um sich hier behandeln zu lassen. Auch Deutsche erwägen für eine Behandlung den Gang ins Ausland. Eine aktuelle Befragung der Internationalen Hochschule Bad Honnef (IUBH) zeigt, dass 55 Prozent der Deutschen sich mittlerweile vorstellen können, sich auswärts behandeln zu lassen.

Für mehr als die Hälfte der Befragten spielen dabei vor allem die günstigeren Kosten eine wesentliche Rolle. Vielen gefällt auch die Vorstellung, einen Urlaub mit einer Behandlung zu verknüpfen. So werden auch bewusst Behandlungen gesucht, die in Deutschland nicht durchgeführt werden. Neben Reha- und Kuraufenthalten im Ausland sind Zahn- und Augenbehandlungen ebenfalls häufig erwünscht.
Die Entwicklungen im Medizintourismus kann für Reiseunternehmen bzw. Anbieter ein lukratives Geschäft werden. Die Organisation von Urlaub und Behandlung weckt bei den potentiellen Patienten den Wunsch nach ordentlicher Organisation. Hier wird sich in den kommenden Jahren ein starkes Geflecht von Dienstleistungsunternehmen etablieren.

Ähnliches ist in Berlin zu sehen. Eine Stadt, die von ausländischen Patienten gern für Behandlungen gewählt wird. Berlin konnte die Zahl der Patienten aus dem Ausland von 2004 bis 2014 verfünffachen. „Berlin ist derzeit sehr engagiert und erfolgreich bei der Vermarktung als Medizintourismusstandort. Der direkte wirtschaftliche Effekt durch die Medizintouristen beträgt schätzungsweise 150 Millionen Euro pro Jahr“, so Jens Juszczak von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Hier haben sich auch Hotels, Dienstleister, Kliniken und Ärzte in dem Netzwerk „Berlin Medical Tourism Guide“ zusammengetan.

Einer Studie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin zufolge kamen 2014 über 251.000 Patienten nach Deutschland, um sich hier ambulant und stationär behandeln zu lassen. Das ist ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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