Deutschland

Psychische Erkrankungen bringen Gesundheitssystem an Grenzen

Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen hat drastisch zugenommen. Immer mehr Reha-Leistungen werden deshalb von der Deutschen Rentenversicherung gewährt. Das belastet das Gesundheitssystem massiv.

Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr fast 5 Millionen Menschen an einer Depression. (Foto: Flickr/David Mican/CC by 2.0)

Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr fast 5 Millionen Menschen an einer Depression. (Foto: Flickr/David Mican/CC by 2.0)

Druck in der Schule, Stress und Unzufriedenheit bei der Arbeit und der ständige Drang zum Multitasking zeigt Wirkung: Immer mehr Menschen in Deutschland entwickeln im Laufe ihres Lebens psychische Erkrankungen. Oft fängt es schon bei Jugendlichen an. Wie die aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen, wurden im vergangenen Jahr allein 155.000 Klinikaufenthalte zur Reha wegen psychischer Erkrankungen gewährt. Vor zehn Jahren waren es lediglich 89.350.

Bei den ambulanten Behandlungen zeigt sich ein ähnlicher Trend. 2005 wurden 1.890 ambulante Behandlungen wegen psychischer Erkrankungen durchgeführt, im vergangenen Jahr waren es bereits 9.150. Das Geschlecht spielt dabei keine so große Rolle. 54 Prozent, der wegen dieser Erkrankungen zur Reha entsandten, waren Frauen. Unterschiedlich sind jedoch die Erscheinungsformen. Während die Reha-Leistungen für Männer meist aufgrund von Abhängigkeitserkrankungen gewährt wurden, handelt es sich bei den Frauen häufig um Depression und Angsterkrankungen.

Bei Kindern und Jugendlichen hat die Zahl der psychisch Erkrankten ebenfalls zugenommen. Seit den 90er Jahren seien die Fallzahlen um etwa 270 Prozent gestiegen, so die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (dgkjp). Wie die KIGGS-Studie zeigt, gehört bei den Kindern und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren mittlerweile jedes fünfte Kind zur Risikogruppe für psychische Auffälligkeiten. Darüber hinaus haben 5,4 Prozent der 7-17-Jährigen Anzeichen einer depressiven Störung, zehn Prozent weisen Anzeichen von Angstzuständen und 7,6 Prozent einer Störung des Sozialverhaltens auf.

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