Vergiftung

Apothekenkammer warnt vor Zahnpasta für Kinder

Jedes Jahr gehen tausende Anrufe bei den Giftnotzentralen ein. Besorgte Eltern rufen an, um Hilfe zu suchen, wenn ihr Kind sich möglicher Weise vergiftet hat. Dabei geht es nicht nur um einen versehentlichen Schluck aus dem Haarshampoo. Auch Zahnpasta und Paracetamol können bei Kindern Vergiftungen hervorrufen, warnt die Apothekenkammer Niedersachsen.

Der Fluoridgehalt von Zahnpasta für Erwachsene ist gefährlich hoch. (Foto: Flickr/ makelessnoise/CC by 2.0)

Der Fluoridgehalt von Zahnpasta für Erwachsene ist gefährlich hoch. (Foto: Flickr/ makelessnoise/CC by 2.0)

Das Kind spielt ruhig im Zimmer, als die Mutter dennoch nachsieht, sieht sie die Packung Tabak am Boden neben dem Kind und etwas Tabak an den Fingern. Tabak kann wie Zigaretten gefährlich für Kinder sein. Oft ist der erste Schritt hier der Griff zum Telefon, um eine der vielen Giftnotrufzentralen anzurufen. Deren Mitarbeiter fragen detailliert über das Geschehene aus, geben Tipps, warnen vor falschen Reaktionen, rechnen notfalls aus, ob und wie gefährlich etwas für das Kind ist, wenn das Kind eine gewisse Größe hat und beispielsweise ein paar Milligramm von einer medizinischen Creme oral aufgenommen hat.

Von 90.000 Anrufen in jedem Jahr haben der Apothekenkammer zufolge im Schnitt 19.000 tatsächliche Anzeichen für eine Vergiftung. Gefahren gibt es überall, aber manchmal unterschätzen Eltern die Gefährlichkeit von normalen Produkten für ihr Kind. Aus diesem Grund warnt die Apothekenkammer Niedersachsen noch einmal explizit vor der Zahnpasta von Erwachsenen. Hierbei geht es vor allem um das darin enthaltene Fluorid, das immer wieder in der Kritik steht.

Zahnpasta für Kinder hat einen erheblich geringeren Fluoridanteil. Bei Kleinkindern unter sechs Jahren sollten täglich nicht mehr als 0,05 bis 0,07 Milligramm Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen werden. Während die Zahnpasta für Kleinkinder höchsten 0,5mg pro Gramm Zahnpasta enthält, sind es bei der Zahnpasta für Erwachsene schon 1 bis 1,5 Milligramm pro Gramm Zahnpasta. Bereits bei 5mg pro Kilogramm Körpergewicht kann es zu ersten Vergiftungssymptomen kommen. Bei 100mg reagiere der erwachsene Körper mit Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen, aber auch Herz-Kreislauf-Symptome können auftreten.

Vorsicht sollte auch bei Paracetamol das oberste Gebot sein. Zwar wird Paracetamol als Zäpfchen beispielsweise bei fiebernden Kindern verabreicht, doch hier ist die Dosierung entscheidend. Bis zu acht Stunden sollten zwischen zwei Paracetamol-Zäpfchen liegen. Fiebert das Kind trotzdem,  können kalte Wadenwickel oder der Arzt helfen. Auf keinen Fall sollte zwei Stunden nach der ersten Gabe bereits ein zweites Zäpfchen gegeben werden.

„Eltern unterschätzen Paracetamol in seiner Gefährlichkeit, da direkt nach der Gabe einer zu großen Menge keine deutlichen Beschwerden auftreten“, so die Apothekerkammer. „Das Vergiftungsbild entwickelt sich schleichend, mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.“ Besteht der Verdacht einer Paracetamolvergiftung sollte umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden, Paracetamol schadet der Leber. Und in schweren Fällen kann sogar ein Leberversagen drohen.

In jedem Fall sollte beim Verdacht einer Vergiftung die Giftnotzentrale angerufen werden. Wichtig ist auch: Nicht das Erbrechen des Kindes herbeiführen, Milch oder Salzwasser verabreichen. Nur, wenn die Giftnotrufzentrale zu etwas derartigem raten sollte.

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