Politik

Meldepflichten sollen Killer-Keime eindämmen

Im Kampf gegen hochgefährliche Krankheitskeime gelten künftig neue Meldepflichten. Der Bundesrat stimmte am Freitag einer Verordnung von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zu, wonach Krankenhäuser solche Erreger schon beim ersten Auftreten melden müssen.

Jedes Jahr gibt es zwischen 10.000 und 15.000 Todesfälle infolge von Krankenhauskeimen, (Foto: Flickr/VishalKapoorMD)

Jedes Jahr gibt es zwischen 10.000 und 15.000 Todesfälle infolge von Krankenhauskeimen, (Foto: Flickr/VishalKapoorMD)

Die neuen Pflichten betreffen spezielle Bakterien, gegen die bestimmte Antibiotika wirkungslos sind. Nachweise dieser Keime im Labor müssen künftig nicht nur dann an die Gesundheitsämter weitergegeben werden, wenn ein Mensch infiziert ist, sondern auch schon dann, wenn ein Körper davon besiedelt ist.

Bakterien, die gegen bestimmte Antibiotika resistent sind, werden durch diese nicht mehr gehemmt oder abgetötet. Immer häufiger kommen vor allem in Kliniken Infektionen mit multiresistenten Keimen vor, die sogar allen Antibiotika widerstehen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe:

„Mit jährlich 10.000 bis 15.000 Todesfällen infolge von Krankenhaus-Infektionen dürfen wir uns nicht abfinden. Deshalb setzen wir den 10-Punkte-Plan zur Bekämpfung resistenter Erreger entschlossen um. Die verschärften Meldepflichten sind ein wichtiger Baustein im Kampf gegen gefährliche Krankenhaus-Infektionen und zunehmende Antibiotika-Resistenzen. Denn eine möglichst frühe Meldung eines Erregers ist wesentlich, ‎um Patientinnen und Patienten wirksam schützen zu können.‎ ‎Künftig ‎müssen Krankenhäuser gefährliche resistente Erreger ‎bereits beim ersten Auftreten melden. ‎Mit der Meldepflicht für Arboviren sorgen wir außerdem dafür, dass etwa eine Zika-Infektion bei Reiserückkehrern in Deutschland besser überwacht werden kann. Damit gewinnen die Gesundheitsämter vor Ort wertvolle Zeit zum schnellen Handeln. Gleichzeitig unterstützen wir die Krankenhäuser durch die Ausweitung und Verlängerung des Hygieneförderprogramms, bei der Einstellung und Fortbildung entsprechenden Personals und durch die Stärkung der Stationspflege. Auch das leistet einen wichtigen Beitrag dazu, eine gute und sichere Versorgung von Patientinnen und Patienten sicherzustellen.“

Die Meldepflichten sind Teil eines Zehn-Punkte-Plans, den die Bundesregierung im Mai vergangenen Jahres verabschiedet hat. Auch die G7-Staaten hatten auf ihrem Gipfel im vergangenen Jahr Antibiotika-Resistenzen den Kampf angesagt.

Die Verordnung, die im Mai in Kraft treten soll, enthält auch eine Meldepflicht für sogenannte Arboviren, unter die auch das vor allem in Süd- und Mittelamerika grassierende Zika-Virus fällt. Eine Infektion bei Reiserückkehrern soll damit besser überwacht werden. Die Gesundheitsämter gewönnen so wertvolle Zeit, zum schnellen Handeln, sagte Gröhe.

Daher werde das Auftreten von Arboviren nun verstärkt überwacht, um durch vorsorgliche Maßnahmen die Entstehung von Infektionsketten unterbinden zu können, etwa durch den Schutz der erkrankten Person vor Mückenstichen oder durch Bekämpfung von Tigermückenpopulationen im Umfeld einer kranken Person.

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