Wirtschaft

Bayer und BASF drängen auf den Gentechnik-Markt Brasilien

Die beiden deutschen Gentechnikkonzerne wollen den Umstand nutzen, dass zunehmend mehr Unkraut Resistenzen gegen Monsantos Glyphosat entwickelt hat. BASF rechnet für 2017 bereits mit einem Sprung auf bis zu zehn Prozent am Soja-Saatgutmarkt in Brasilien.

Brasilien ist der weltweit zweitgrößte Produzent von Soja. (Foto: Flickr/Bruno Caimi/CC by 2.0)

Brasilien ist der weltweit zweitgrößte Produzent von Soja. (Foto: Flickr/Bruno Caimi/CC by 2.0)

Brasilien ist der zweitgrößte Produzent von Soja und ein Kerngebiet von Monsantos Insektizid Roundup. Doch nach und nach wollen nun auch andere Unternehmen etwas von der Torte haben. Zwei deutsche Firmen, die Bayer AG und BASF SE planen derzeit, mit genmanipulierten Sojabohnen Monsanto in Brasilien Marktanteile streitig zu machen. 94 Prozent der brasilianischen Sojabohnen sind gentechnisch verändert. Die Regierung rechnet für dieses Jahr mit einer Ernte in Höhe von mehr als 100 Millionen Tonnen.

Dabei wollen beide vor allem auch davon profitieren, dass immer mehr Unkraut und Insekten gegen Roundup resistent sind. Bayer beispielsweise war schon einmal am brasilianischen Markt zu finden, hatte aber vor zehn Jahren seine Anteile an der Sojabohnen-Branche in Brasilien verkauft. Nun startet das Unternehmen im Oktober einen neuen Versuch: mit dem Verkauf von Sojapflanzen, die gentechnisch so verändert sind, dass sie von Glufosinat beinhaltenden Unkrautvernichtern nicht beschädigt werden.

„Wir glauben fest an die Marktdynamik der Unkraut-Kontrolle in Brasilien“, zitiert Bloomberg Eduardo Mazzieri von Bayer von einer Pressekonferenz in Nao-me-Toque. „Die Landwirte brauchen Alternativen.“ Bayers Liberty-Link-Soja, wurde bereits 2010 von den brasilianischen Behörden zugelassen. Seitdem hat das Unternehmen nach und nach von Sojabohnen-Firmen in Brasilien gekauft, die nun helfen sollen, die Präsens Bayers mit der Gen-Soja im Land zu erhöhen. In diesem Jahr sollen 2.000 Bauern die Gen-Soja anpflanzen. Glufosinat, gegen das die Gen-Soja von Bayer immun sein soll, gilt als gesundheitsschädlich. Aus diesem Grund hatte die EU vor drei Jahren den Einsatz des Wirkstoffes beschränkt. Dennoch dürfen sowohl die als Glufosinat-resistent geltenden, gentechnisch veränderten Pflanzen als auch deren Früchte in rauen Mengen in die EU eingeführt werden.

BASF setzt auf Sojapflanzen, die unbeschadet mit dem Wirkstoff Imidazolinon besprüht werden können. Dafür arbeitet BASF mit dem staatlichen Forschungsinstitut Embrapa zusammen. Das Unternehmen rechnet im kommenden Jahr bereits mit einem Anteil von 10 Prozent am brasilianischen Sojamarkt. 2015 hatte BASF die Erlaubnis erhalten, seine entwickelte Gen-Soja Cultivance in die EU zu importieren.

Doch Monsanto ist nicht zu unterschätzen. Die gegen Glyphosat resistente Gen-Soja Intacta dominiert den Markt und kann auch Gift gegen Insekten abgeben. In diesem Jahr soll Monsanto zufolge die Anbaufläche für Intacta-Soja in Südamerika auf 14 Millionen Hektar verdoppelt werden. Bis 2019 könnten es noch einmal 14 Millionen Hektar sein.

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