Wirtschaft

Keine Steuervorteile: Mega-Pharma-Fusion geplatzt

Der US-Pharmariese Pfizer hat die milliardenschwere Übernahme des Botox-Herstellers Allergan platzen lassen. Der US-Konzern versprach sich Steuervorteile durch die Fusion. Die Verschärfung der amerikanischen Steuergesetze machen diese Pläne nun aber zunichte.

Mit Viagra hat Pfizer noch immer ein weltweit bekanntes Produkt auf dem Markt. (Foto: Flickr/ Toshiyuki IMAI/CC by sa 2.0)

Mit Viagra hat Pfizer noch immer ein weltweit bekanntes Produkt auf dem Markt. (Foto: Flickr/ Toshiyuki IMAI/CC by sa 2.0)

Wegen einer Verschärfung der US-Steuergesetze ist die 160 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Botox-Herstellers Allergan durch den US-Pharmariesen Pfizer gescheitert. Der geplante Zusammenschluss sei in gegenseitigem Einvernehmen abgebrochen worden, teilte Pfizer am Mittwoch mit. Pfizer müsse Allergan dafür 150 Millionen Dollar zahlen.

Hintergrund sind neue Maßnahmen der US-Regierung gegen Steuervorteile im Zuge solcher Übernahmen. In den USA haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Konzerne nach Großfusionen ihre Firmensitze ins Ausland verlegt, was massive Steuerersparnisse mit sich bringt. Diese als Inversion bezeichnete Taktik ist in Amerika ein Politikum geworden.

Im November hatten beide Unternehmen bekanntgegeben, dass sie an einer Fusion arbeiten. „Aus dem geplanten Zusammenschluss wird ein weltweit führendes biopharmazeutisches Unternehmen entstehen mit großen Stärken in der Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe und für die Versorgung von noch mehr Menschen mit einem größeren Therapiespektrum als bislang“, sagte Chairman und Chief Executive Officer Ian Read damals. „Allergans Geschäftsbereiche ergänzen und erweitern Pfizers Portfolio, sowohl durch hervorragende innovative als auch etablierte Arzneimittel“. In der zweiten Jahreshälfte sollte die Fusion abgeschlossen werden.

Pfizer wollte nach dem Zusammenschluss seinen Hauptsitz nach Irland verlagern. In Irland sind die Steuersätze deutlich niedriger als in den USA. Bisher liegt der Hauptsitz in New York. Die neuen US-Vorschriften schließen nun eine Verlegung von Firmensitzen nach Übernahmen jedoch aus. Dafür ist für Pfizer der Hauptgrund der Fusion weggebrochen.

Mit einem jährlichen Umsatz von 48,9 Milliarden Dollar (2015) zählt Pfizer mittlerweile über 97.000 Mitarbeiter weltweit. Allein etwa 2.000 davon arbeiten in Deutschland.

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