Forschung

Genschere: Embryonen erstmals mit HIV-Immunität versehen

Erneut haben Forscher mithilfe einer Genschere das Erbgut von Embryonen verändert. Die Embryonen sollten durch eine Mutation immun gegen HIV werden. Allerdings gelang dies nur bei einigen.

Eine Mutation sollte helfen, die Zellen vor dem HIV-Virus zu schützen. (Foto: Flickr/Stuart Cale/CC BY 2.0)

Eine Mutation sollte helfen, die Zellen vor dem HIV-Virus zu schützen. (Foto: Flickr/Stuart Cale/CC BY 2.0)

Die Forschung an Stammzellen ist ein heiß diskutiertes Thema. Wie stark darf der Mensch in die Natur eingreifen und wo setzt man einen Strich unter die Forschung zur Heilung schwerer Krankheiten. Die Diskussion wird weiter gehen, die Forschung auch. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die entwickelte Genschere Crispr-Cas9. Hiermit können Veränderungen am Erbgut sehr genau und weniger aufwendig vorgenommen werden. Das führt dazu, dass auch kleinere Labore und nicht so umfangreich finanziell ausgestattete Forschungsteams sich mit Erbgutveränderungen beschäftigen können.

Wie gefragt die Technik ist, zeigt nun ein Team chinesischer Forscher der Guangzhou Medical University. Sie haben mit der Genschere erstmals einen Embryo mit einer HIV-Immunität ausgestattet. Dafür griffen die Forscher auf eine Mutation namens CCR5 zurück, die bei einigen Menschen zu finden ist – bekannt als CCR5Δ32. Diese konnten sich nicht mit dem HIV-Virus infizieren. Die Mutation verhindert nämlich, dass sich das HIV-Virus an den Zellen andocken und diese infizieren kann. Mit der Genschere konnte diese Mutation künstlich nachgebildet und in die Embryonen eingesetzt werden, heißt es im Fachmagazin Nature.

Die Wissenschaftler nutzten dafür 213 befruchtete Eizellen, die 87 Patienten zur Verfügung gestellt hatten. Die Embryonen konnte jedoch nicht für eine potentiell künstliche Schwangerschaft genutzt werden, da sie über ein zusätzliches Chromosomenpaar verfügten und somit nicht lebensfähig waren.

Schlussendlich versuchten die Wissenschaftler 26 Embryonen mit der Mutation zu versehen. Bei vier von ihnen war die Einbettung der Mutation erfolgreich. Bei den anderen Embryonen wurden unerwartete, andere Mutationen festgestellt.

Erst vor einem Jahr hatte ein anderes Forscherteam aus China bereits das Erbgut von Embryonen verändert. Damals versuchten sie, mit dem Eingriff in das menschliche Erbgut, das Gen für die Blutkrankheit Thalassämie erfolgreich zu manipulieren. Auch hier waren die Ergebnisse ernüchternd. Von den 86 Embryonen, die sie benutzt hatten, überlebten 71. Nachdem 54 dieser genetisch getestet wurden, stellte sich heraus, dass sich das Erbgut bei 28 der Embryonen verändert hatte. Lediglich vier der Embryonen jedoch wiesen die intendierte Mutation auf.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *