Junge Versicherte fordern Kassenrabatt für gesundes Verhalten

Gerade fitte Versicherte unter 35 wollen, dass ihr gesunder Lebensstil von ihrer Krankenkasse auch finanziell anerkannt wird. Aus Sicht junger Bundesbürger ist daher ein einheitlicher Beitrag für alle Versicherten einer Krankenkasse nicht mehr zeitgemäß. 66 Prozent der 14- bis 34-Jährigen fordern stärkere finanzielle Vorteile für Versicherte, die ein gesundes Leben

Gerade fitte Versicherte unter 35 wollen, dass ihr gesunder Lebensstil von ihrer Krankenkasse auch finanziell anerkannt wird. Aus Sicht junger Bundesbürger ist daher ein einheitlicher Beitrag für alle Versicherten einer Krankenkasse nicht mehr zeitgemäß. 66 Prozent der 14- bis 34-Jährigen fordern stärkere finanzielle Vorteile für Versicherte, die ein gesundes Leben führen und das auch nachweisen können – beispielsweise über digitale Gesundheits-Tracker. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Zukunft Gesundheit 2015“ der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“. Mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland zwischen 14 und 34 Jahren wurden dazu befragt.

Jeder zweite junge Deutsche, der bereits seine Fitness- und Gesundheitsdaten digital erfasst, würde diese auch seiner Krankenkasse zur Verfügung stellen. „Das Gesundheitsbewusstsein vieler Menschen steigt mit der Nutzung von Gesundheits-Apps, Fitness-Trackern und anderen Gadgets. Die Bundesbürger fordern dafür von ihrer Kasse aber auch eine Anerkennung“, sagt Siegfried Gänsler, Vorstandsvorsitzender der Schwenninger. „Am einheitlichen Beitragssatz für alle Versicherten einer Kasse darf trotzdem nicht gerüttelt werden. Wir sollten gesundheitsbewusstes Verhalten jedoch gezielt über Bonusprämien belohnen.“

Viele gesetzliche Krankenversicherungen gehen bereits diesen Weg und haben ihre Bonusprogramme in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. So honoriert die Schwenninger Krankenkasse regelmäßige Vorsorge und Prävention mit einem Bonus von 50 Euro jährlich oder bezuschusst Maßnahmen, die nachweislich gesundheitsfördernd sind, mit bis zu 250 Euro. Einige Kassen bieten sogar an, sich an den Kosten für die Anschaffung eines so genannten Fitness-Trackers zu beteiligen, also etwa am Kauf einer Apple-Watch oder eines Wrist-Bands.

„Solche Extra-Leistungen der Krankenkassen werden in der aktuellen Diskussion über steigende Beitragssätze viel zu wenig berücksichtigt“, so Schwenninger-Vorstand Gänsler. „Es darf nicht allein die Höhe des Krankenkassenbeitrages betrachtet werden, sondern von entscheidender Bedeutung sind auch die unterschiedlichen Leistungen und Bonusprogramme, über die sich Kassen immer stärker differenzieren. Und gerade hier können gesundheitsbewusste Versicherte punkten.“

Allerdings gibt es auch Stimmen, die vor den Gefahren solcher Lockangebote warnen. Denn oft geben die Versicherten persönliche Daten über sich, ihre Gesundheit und Lebensweise preis, die nicht nur für Boni, sondern auch in die andere Richtung für „Strafzahlungen“ genutzt werden können: Verbraucherschützer warnen daher vor der Gefahr, dass Krankenkassen die Beiträge für Versicherte mit einer aus ihrer Sicht ungesunden Lebensweise auch erhöhen könnten.

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